Samstag, 8. Mai 2010

Tallinn

Mein erstes Reiseziel war die Hauptstadt von Estland. Tallinn hat mich von Anfang an begeistert und ich kann bereits ganz am Anfang dieses Berichtes jedem empfehlen, Tallinn einmal zu besuchen. Tallinn und Estland insgesamt ist einfach ein paar Schritte weiter als Riga und Lettland. Das liegt vor allem an den finnischen Touristen, die sehr zahlreich dort Urlaub machen.


Die Stadt bietet eine tolle Mischung zwischen alt und modern. Da Tallinn wenig in Kriegen zerstört wurde, stehen noch viele alte Gebäude, die aber alle in einem guten Zustand sind. Tallinn hatte eine Mauer zur Sicherung der Stadt im 15. Jahrhundert von über 4km Länge und 3 Meter dick. Sowohl davon als auch von den 46 Wehrtürmen ist noch sehr viel erhalten. Selbst ich, wo ich sonst eigentlich nicht so an der Geschichte interessiert bin, war total beeindruckt, dass das so gut erhalten war.
In Tallinn sind wir anfangs erst mal in die Touristeninformation gegangen. So eine Touristeninformation gibt es in fast jeder baltischen Stadt und würde ich echt empfehlen. Da findet man immer interessante Angebote und meist auch eine Deutschsprachige Angestellte. Wir haben uns viel in der Stadt angesehen, weil man ja auch alles gut zu Fuß erreichen kann. Auf den Turm der St. Olaikirche kann man rauf und hat einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt, aber auch auf die Ostsee. Ich muss dazu sagen, dass wir echt Glück mit dem Wetter hatten und es auch dort oben nicht kalt war.
In der Altstadt ist viel noch auf Mittelalter aus. Auf offener Straße werden gebrannte Mandeln zubereitet und verkauft, die nicht wie bei uns süß, sondern sehr pikant, aber auch lecker sind. Auch viele Restaurants und Cafés bieten traditionelle estnische Küche an. Das ist echt interessant, denn die Kellner laufen alle in altertümlichen Gewändern herum. Allerdings kann auch direkt daneben eine coole Szenebar oder ein Szenerestaurant sein. Vielleicht macht es das alles erst so interessant in Tallinn. Allerdings sind die Preise allemal europäisch und vergleichsweise teuer.

Am Abend waren wir dann im Kino, denn wie auch in Lettland laufen die Filme in Estland in Originalsprache mit Estnischen und Russischen Untertitel. Das Kino, was übrigens keine 3 € gekostet hat, war auch Hightech. An der Kasse haben wir bereits Tickets auf Englisch bekommen und wir mussten beim Eingang das Ticket einscannen. Wer schon mal in Skandinavien war, kennt bestimmt die Weingummiwand, wo jeder sich sein Weingummi in eine Tüte füllen kann und dann wird das an der Kasse gewogen. Ich kann mich erinnern, dass es in meinem Heimatkino auch 3-4 Weingummisorten zur Auswahl gab, das kann man aber mit dem nicht vergleichen. Interessant ist auch, dass es nur salziges Popcorn zu kaufen gab. Im Kinosaal lief schon Werbung, obwohl wir zu früh waren. Eine ganz lustige Werbung. Da war so ein typischer Deutscher, zumindest so einer, wie wir im Ausland gesehen werden. So ein bisschen dicker mit Schnauzbart und Lederhose. Der hat immer "Alles klar" gesagt, denn das Getränk für das geworben wurde, reimte sich auf "Alles Klar". War irgendwie lustig, auch wenn ich nicht viel verstanden habe. Deutschland verfolgt einen halt überall. Der Film begann übrigens schon zu der Zeit, wann in Deutschland die Werbung anfängt.

Tallinn hat auch ein Tunnelsystem, was wir leider nicht besichtigen konnten, weil die Führungen schon ausgebucht waren, das stelle ich mir auch gut vor. Dafür sind wir im Okkupationsmuseum gewesen. Nachdem mich das Museum in Riga ja schon sehr begeistert hatte, wollte ich sehen, wie die Esten das gestalten. Dort war es aber kleiner und nicht so gut wie erwartet. Hauptaugenmerk lag dort eher auf Filmen, die zwar auf Englisch übersetzt waren, aber da hatte ich doch Probleme alles zu verstehen. Das war ein spezielles Vokabular.
Was ich noch erwähnen wollte ist, dass ich sprachlich ja mich sehr aufgeschmissen fühlte, denn Lettisch und Estnisch sind so gleich wie Deutsch und Lettisch. Die estnische Sprache ist eher nach am Finnischen, was aber auch kein Problem war, denn egal mit wem ich gesprochen habe, in Läden, Restaurants oder beim Fragen von Passanten auf der Straße konnten alle ohne Probleme mit mir auf Englisch kommunizieren. Tallinn ist viel mehr auf Tourismus vorbereitet und tut einiges, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Mein Urlaub

Im Nachhinein war der Urlaub der perfekt Mix aus Sightseeing, Abenteuer und der Kontakt zu den einheimischen Menschen. Ich werde verschiedene Berichte schreiben, weil wir in der Woche echt viel erlebt habe und ich hoffe, dass es so ein wenig übersichtlicher wird. Ich habe insgesamt 1500 km durch Lettland und Estland zurück gelegt und habe dabei fast alle Verkehrsmittel benutzt: Bus, Fähre, Auto und Zug. Aber mehr dazu, folgt nun.

Ursprünglich war der Urlaub so geplant, dass ich von Dienstag bis Sonntag fahre, da ich montags beim Deutschunterricht sein muss. Allerdings ist in Lettland wie in Deutschland der 1. Mai frei. Darüberhinaus ist auch der 4. Mai ein Feiertag, denn da hat Lettland das letzte Mal die Unabhängigkeit wieder erlangt. Da dieses Jahr der 2. Mai ein Sonntag ist, blieben viele Institutionen auch am 3. Mai geschlossen. Der Tag wird dann irgendeinen Samstag nachgeholt. Natürlich kann man so einen Feiertag ja nicht mit Deutschland vergleichen, weil die Geschäfte ja sowieso immer auf, aber die Diakonie ist geschlossen gewesen. Deshalb war auch kein Deutschunterricht und ich konnte den Urlaub noch ein wenig verlängern. Geplant ist der Urlaub schon länger, aber selbst am Montagmorgen, an dem Tag vor der Abreise) hatte ich immer noch nicht die Bestätigung für den Bus und die Unterkunft in Tallinn, aber wie gesagt, Abenteuer war auch dabei. Am Montag war also noch einiges zu klären. So musste ich auch ein paar Kronen holen, da Estland ja auch noch keinen Euro hat. Das ändert sich aber am 01.01.12 im Gegensatz zu Lettland. Ich war auch noch beim Deutschunterricht und habe gepackt.
Am Dienstag bereits um halb 7 ging es los. Ich wurde vor meiner Haustür abgeholt und wurde direkt nach Riga gefahren. Dort habe ich mich mit meiner Reisegebeleitung aus Riga getroffen und es ging mit einem sehr noblen Bus nach Tallinn. In den Bus, für den wir für die mehr als 300km nur 15 € bezahlt haben, gab es WIFI, eine Stewardess und insgesamt war der Komfort besser als in manch einem Flugzeug.

Freitag, 7. Mai 2010

Jugendfreizeit

Die Idee dahinter stammt noch aus meiner Heimatgemeinde, wo das Projekt leider nicht geklappt hat. Ich habe mir überlegt, dass ich gerne noch eine Freizeit mit der Jugendgruppe haben möchte. Da nun schon meine letzten beiden Monate anbrechen, ist nicht mehr so viel Zeit. Zunächst hatte ich gedacht, dass wir alle zusammen irgendwo hinfahren, aber zunächst ist bis Ende Mai noch Schule und danach sind sehr wichtige Prüfungen. Mitte Juni steht dann hier die Mittsommernacht bevor und man sagt die Woche davor und danach kann man nichts machen, weil alle ihre Verwandten auf dem Land besuchen und deshalb kommt auch hier eine Freizeit nicht so richtig in Frage. Wie also gesagt, kam mir dann die Idee die Freizeit während der Schulzeit zu veranstalten. Dadurch, dass wir in der Gemeinde geschlafen haben, sind auch die Kosten überschaubar geblieben. Wir treffen uns alle in der Kirche, essen dort gemeinsam, schlafen da und gehen dann zu den jeweiligen Verpflichtungen wie Schule, Sport oder Musikschule. Danach kommen aber alle wieder. Wir leben wie eine große Familie und lernen den Mitmenschen und das Leben mit Gott besser kennen. Darüber hinaus wollten wir die Zeit zusammen nutzen um über die Zukunft der Jugendgruppe nachzudenken, einen Jugendgottesdienst zu planen und die Sonntagsschule für ein Mal zu übernehmen. Auch wenn die Planungen schon einige Zeit andauerten, habe ich erst eine Woche vorher erfahren, dass wegen der Renovierungsarbeiten nicht alle Räume zur Verfügung standen. Aber auch das hat uns nicht aufgehalten.
Direkt nach dem Renovieren bin ich mit Lelde, die bei der Planung und Ausführung der Freizeit mir sehr viel geholfen hat, einkaufen gegangen. Kurz danach hatte ich kurz meine ersten 20 Minuten frei am Tag und ich konnte meine Sachen von zuhause holen. Richtig begonnen haben wir dann erst um 20 Uhr mit dem ersten gemeinsamen Essen, nach dem gemeinsamen Aufstellen von Regeln, dem Abwasch und einer Andacht haben wir auch schon die Betten fertig gemacht. Das war echt interessant. Letztendlich haben wir uns auf 4 Zimmer verteilt und sind auch mehr oder weniger rechtzeitig zum Schlafen gekommen.
Den Donnerstagmorgen begannen wir mehr oder weniger ausgeschlafen mit einem großen Gebet und dem Frühstück. Obwohl viele doch noch ein wenig müde waren, war es irgendwie eine schöne Stimmung und alle freuten sich auf dem (Schul-)Tag. Die Jugendgruppe geht auf viele verschiedenen Schulen und musste dementsprechend sehr unterschiedlich los. Nachdem die Ersten bereits los waren, haben wir alles wieder zurückgeräumt. Schließlich war die Diakonie den Tag über ja geöffnet und wir konnten die Menschen ja nicht in unserem "Schlafzimmer" begrüßen. Mir persönlich hat das gefallen. Nachdem die letzten sich zur Schule aufgemacht haben, mussten wir das Mittagessen planen. Wir haben die Freizeit ohne Teilnehmerkosten geplant, jeder konnte ein paar Lebensmittel mitbringen und so blieb es für alle offen. Also die Planungen und Ausführungen für das Mittagessen bestimmten den Vormittag und nach und nach trudelten auch alle wieder ein. Zu unserer Freude hat es allen geschmeckt und der Nachmittag wurde dann mit Spielen, Gesprächen, aber auch Hausaufgaben gestaltet. Am Abend waren wir dann wieder alle zusammen und hatten eine tolle Andacht. Für die Andacht durften wir in die Kirche, die wir nur mit Kerzen erleuchtet hatten.
Freitagmorgen wieder das Gleiche. Das gemeinsame Gebet, Frühstück, aufräumen. Mittagessen aber dann ist irgendwie die Stimmung gekippt. Ich kann nicht sagen wieso, aber auf einmal fing das Zicken an. Generell war gute Stimmung, aber es gab zwischendurch immer wieder irgendwie Probleme. Am Abend haben wir dann einen Geburtstag gefeiert von einem Mädchen, das auch an der Freizeit teilgenommen hat. In solchen Momenten waren wir wieder eine Gruppe und hatten sehr viel Spaß und es hat einfach gepasst. Abends waren wir dann noch im Dunkeln draußen Fußball spielen. Das war echt schön. Aber danach war ganz schlechte Stimmung... Überall saßen Gruppen, die geweint haben, es war zwar der ominöse 3. Tag der Freizeit, aber ansonsten war ich doch recht hilflos, wie es dazu kam. Was dann aber passiert ist, hat mich zutiefst beeindruckt und wird noch lange in meiner Erinnerung bleiben. Als nun also alle irgendwie traurig waren, wurden alle zusammen gerufen. Wir machten einen Kreis und einer nach dem Anderen fing an, laut zu beten. Mittlerweile verstehe ich die Gebete und es ging nicht um "gutes Wetter, gute Stimmung". Ich möchte nicht sagen, dass diese Dinge nicht auch wichtig sind, aber dieses Mal kam es mehr von Herzen. Jeder hat echt gesagt, was er braucht. Diese halbe Stunde nehme ich mit nach Hause.
Am Samstag stand dann "Talku"(ich hoffe, man schreibt es so) auf dem Programm. Das ist ein Tag in Lettland, ein Samstag im April, wo ganz Lettland aufräumt. Man trifft sich und geht in Gruppen mit Tüten durch die Straßen, Wälder und Felder und sammelt Müll auf. Die Idee ist echt gut, denn das ist hier doch teilweise recht nötig. Am Nachmittag haben wir dann endlich die Zeit gefunden über den Jugendgottesdienst und die Sonntagsschule gesprochen. Wir haben uns ein Programm für die Sonntagsschule überlegt und haben dann da auch die Leitung übernommen. Das Thema war die Speisung der 5000. Für den Jugendgottesdienst haben wir und ein tolles Rollenspiel/ Theaterstück überlegt. Wann wir den aufführen, steht allerdings noch in den Sternen. Eigentlich war er angedacht für diesen Sonntag, aber es gab hier ein wenig Unstimmigkeiten, sodass wir ihn wohl erstmal verschoben haben, aber das Rollenspiel ist zeitenlos und wird sicher nachgeholt.
Sonntag war dann nicht mehr so viel los. Aufräumen, eine gemeinsame Bibelstunde und später stand halt die Sonntagsschule auf dem Plan. Das lief richtig gut und ist sowohl bei den Kindern als auch bei den Lehrerinnen sehr gut angekommen. Im Anschluss hatten wir noch eine Auswertung. Es ist schwer zu beschreiben. Es war schon eine schöne Zeit und ich denke, es hat viel gebracht, aber es war nicht so gut wie erwartet. Die Zeit wird nun zeigen, ob es langfristig ein paar Früchte trägt. Immerhin waren wir 12 Jugendliche und das ist schon eine ordentliche Zahl, wenn man an die Anfänge von 6-7 denkt. Es war auf jeden Fall eine Ablenkung aus dem Alltag und irgendwie etwas Besonderes, was noch lange in Erinnerung bleibt.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Die Woche vor dem Urlaub

Die Woche vor dem Urlaub oder der Sturm vor der Ruhe...

Während ja meine Eltern hier waren und ich übers Wochenende wieder Besuch hatte, konnte ich am Montag mal wieder richtig ausschlafen und mich ordentlich auf den Deutschunterricht vorbereiten. Nachdem es bisher eher spielerisch und auf Vokabeln ausgelegt war, steht nun zum Ende hin immer mehr Grammatik im Mittelpunkt.

Am Dienstag war dann schon mehr zu tun. Es begann mit der Andacht und direkt im Anschluss wurde Holz für die Gemeinde geliefert. Wie viele Gemeinden wir hier alles noch mit Holz geheizt und einmal im Jahr muss das Holz wieder nachgefüllt werden. So bekam ich eine Schubkarre und musste das Holz vom Parkplatz zum Haus fahren, wo es dann sofort im Keller einsortiert wurde. Es hat mich wieder fasziniert, dass auch die ältesten aus der Andacht mit angepackt haben. Jeder so, wie er konnte, aber es war einfach eine gute Stimmung und niemand hat gemeckert oder so. Im Anschluss gab es für alle Essen und ich konnte noch ein wenig zu der Handarbeitsgruppe und zu stricken. Danach habe ich dann noch meine normale Arbeit mit Zigrida am PC nachgeholt. Nach einem kurzen Abstecher in der Bücherei, wo ich unbedingt meine Bücher zurück bringen musste, blieb mir auch nicht viel Zeit und es gibt schon zum Tanzen weiter. Unser Auftritt steht unmittelbar bevor und die Stimmung wird angespannter, weil noch viele Probleme bei der Choreographie sind, so dauerte die Probe einfach mal 3 1/2 Stunden.

Am Mittwoch war ich dann bereits um 9 Uhr wieder auf der Arbeit um bei den Renovierungsarbeiten zu helfen. Hier gibt es zurzeit ein Projekt von der Regierung und wenn ich das richtig verstanden habe, senden sie Arbeitslose zum Renovieren und bezahlen sie und die Kirche hat durch den einen Arbeiter keine Kosten. Nachdem er bereits über eine Woche alleine in dem Zimmer gearbeitet hat, habe ich ihm bei Tapezieren geholfen. Ich bin eigentlich jemand, der sich um Renovierungsarbeiten drückt, aber das ging recht gut und hat auch Spaß gemacht. Leider hat das alles sehr lange gedauert und wir waren erst nach 17.30 fertig. Das war allerdings recht wichtig, denn bereits am Mittwochabend sollte die Jugendfreizeit beginnen und da ein Raum komplett wegfiel, weil dort die ganzen Möbel standen, brauchten wir noch das Zimmer zum Schlafen.

Dienstag, 27. April 2010

Der Urlaub

Jetzt habe ich echt eine Weile nicht mehr geschrieben. Das liegt daran, dass ich in der letzten Zeit sehr viel zu tun hatte. Ich werde in nächster Zeit nochmal ausführlich davon berichten, denn ich habe hier in meiner Gemeinde eine Jugendfreizeit veranstaltet. Das war ziemlich zeitaufwändig und sehr stressig, aber dafür, dass ich so viel gearbeitet habe, habe ich nun eine Woche komplett frei und ich nutze die Zeit um eine kleine Tour nach Estland zu machen. Mit mir kommt meine Bekanntschaft aus der Dobele Freizeit. Morgen früh um halb sieben geht es los nach Riga um von dort aus dann weiter nach Talinn zu fahren. Neben ein paar Tagen in Talinn geht es unter anderem einen Tag sogar nach Helsinki. Wir werden an der deutschen Freizeit von Estland teilnehmen und fahren noch weiter nach Tartu, der zweit größten Stadt in Estland. Leider werde ich in dieser Zeit kein Internet haben und nicht schreiben können. Aber nach dem fünften Mai lohnt es sich dann wieder vorbeizuschauen, denn da berichte ich dann sowohl von der Freizeit als auch von meinem Urlaub. Ich freue mich auch mal die Erfahrungen, die ich hier in Lettland gemacht habe mit einem vergleichbaren Staat wie Estland vergleichen zu können.

Montag, 26. April 2010

Lettlandurlaub

Unser Urlaub begann am 07.04.2010 um 18:00 Uhr. Zu dieser Zeit legte die Fähre in Travemünde ab. Die Überfahrt verlief sehr ruhig. Am 08.04.2010 um 22:30 Uhr legte das Fährschiff in Ventspils an. Es dauerte fast eine Stunde bis wir vom Fährschiff runter kamen. Dann kam noch die Passkontrolle und wir konnten ins Abendteuer starten. Liepāja war von Anfang an ausgeschildert. Ventspils machte im Dunkeln einen sehr guten Eindruck, alle Straßen waren neu und im guten Zustand. Die Häuser waren gepflegt.

Auf uns wartete jetzt eine zwei stündige Autofahrt über die dunklen Straßen von Lettland. Die Straße konnte man mit einer Bundesstraße bei uns vergleichen. Die durch den Winter entstandenen Schäden waren gut ausgeschildert. Das Land ist nicht so dicht bevölkert wie die Bundesrepublik. Dadurch sind wir nur durch wenige Orte gekommen.

Wir haben dieses Mal mehr Zeit gehabt, deswegen konnten wir uns auch mehrere Kirchen ansehen. Es war toll, ob es nun um die Orgel oder um den Altar ging, oder um die Kirche im Ganzen, jede Kirche hatte etwas Besonderes. Wir haben uns auch die Gegend angesehen. Dabei waren wir am breitesten Wasserfall Europas und haben sogar springende Fische gesehen. Die Angler standen bis zur Hüfte im Wasser und beide Ufer der Venta waren voll von Anglern.
Auffällig war bei den Überlandfahrten noch die ungeheure Anzahl von Storchen. Es hatte fast jedes Haus sein eigenes Storchrennest. Und die Nester waren auch alle besetzt. Was für mich persönlich eine Überraschung war, war ein Storchennest in einem Baum das auch noch besetzt war. Sowas habe ich noch nie gesehen.

Erwähnenswert ist noch die Parkgebühr in Riga. Für 2,5 h habe ich 4,50 Lats(7 Euro) bezahlt. In Liepāja habe ich für dieselbe Zeit 0,75 Lats(1 Euro) bezahlt. Als Beispiel für die Kosten kann ich noch die Essenpreise nehmen. Ein Essen für 5 Personen hat im Durchschnitt ca. 15,00 Lats (22.50 Euro)gekostet.

D.R.

Die Wartezeit

Wir hatten einen super tollen Urlaub in Lettland. Dieses Mal konnten wir sehr viel von der schönen Landschaft und der Umgebung erkunden. Ich habe noch nie so viele Störche wie in Lettland gesehen. Es kam mir so vor, als würde jeder Bauer seinen eigenen Storch besitzen.

Was ich noch sehr toll fand, denn so etwas gibt es bei uns in Deutschland, glaube ich, gar nicht. Wir waren in einer Bäckerei und wollten Torte kaufen. In dem Geschäft war eine Verkäuferin und es standen ungefähr 10 Menschen und wollten was kaufen. Jeder stellte sich schön hinten an und wartete geduldig bis er dran war. Bei uns stehen 3 Menschen in der Schlange und schon wir gemeckert: "Ist denn keine 2. Verkäuferin da". In Lettland bleiben die Menschen ganz ruhig und haben Zeit. Es gibt auch eine riesige Auswahl von Torten, das muss man gesehen haben. Den einen Mittag haben wir bei Hessburger gegessen. Der Laden ist so ähnlich wie Mc Donalds und kommt aus Finnland. Eine Verkäuferin packte die Ware aus und kontrolierte die Menge. Eine 2. Verkäuferin machte die Burger und eine 3. Verkäuferin bediente den Drive in und die Laufkundschaft alleine. Wir haben bestimmt über eine Viertelstunde gewartet bis wir unser Essen hatten. Aber wieder hat sich kein Mensch über die lange Wartezeit beschwert. Bei uns wäre die Hälfte der Leute wieder gegangen, weil es denen zu lange gedauert hätte.

Außerdem bin ich in Liepaja auch wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen und habe am Strand Bernsteine gesucht und hatte wieder Erfolg.

Viele Grüße deine Mutter!

Sonntag, 18. April 2010

Riga

Hallo, mein Name ist Ben, ich bin die thailändische Austauschschülerin, die gerade ein Jahr bei Bennys Familie lebt. Als Benjamin eine Woche zu Hause war, konnte Ich ihn schon kennen lernen. Ich freute mich ihn in Lettland wiederzusehen. In meinen Osterferien konnten wir ihn besuchen.

Am schönsten fand ich den Tag in Riga. Es war Mittwoch und wir mussten schon sehr früh aufstehen, aber ich konnte im Auto weiterschlafen. Wir hatten eine Stadtführerin. Sie konnte uns sehr viel erzählen. Am Anfang sollte Benjamin in eine Brotscheibe beißen. Das war dann die Form von Lettland auf einer Landkarte. Das fand ich cool. Wir sind in der Stadt zu eine großen Kirche gegangen. Diese hatte einen Türm, wo wir rauf gehen konnten. Dort oben konnten wir ganz Riga sehen.

Nachdem uns viele andere Gebäude gezeigt wurden, sind wir in ein Restaurant gegangen. Das war etwas Besonderes .In dem Restaurant, was in einem Keller war, waren nur Kerzen und keine Lampen. Das hat mir sehr gefallen, weil es sehr romantisch war. Es wurde nach uralten Rezepten gekocht. Sogar die Kellnerin hatte altertümliche Kleidung an. Ich fühlte mich wie im Mittellalter. Selbst auf der Toilette war kein Licht nur Kerzen.

Am Ende waren wir noch einmal bei dem Freiheitsdenkmal. Das wird von Soldaten bewacht. Als wir da waren, fand gerade ein Wachwechsel statt. Das war sehr interessant, weil sie lustig gehen müssen.

Viele Grüße
Ben

Samstag, 17. April 2010

Tanken

Meine Familie ist wieder weg. Wir hatten eine schöne, aber auch anstrengende Woche. Wir haben viel erlebt und es war schön sie wieder um mich herum zu haben. Jetzt sind sie wieder gut in Deutschland angekommen und mein Auslandsjahr geht in die heiße Phase.
Über dieses Wochenende habe ich Besuch aus Riga von einem Mädchen, das auch wie ich ein Jahr in Lettland lebt und arbeitet. Wir haben heute die ganze Stadt erkundet und waren abends auf einem Worship Abend. Das war sehr interessant, weil auch viel auf Russisch war. So einen Abend habe ich in der Form noch nie erlebt. Schade, dass ich nicht alles verstanden habe, aber es wurde viel gesungen in den verschiedensten Musikrichtungen. Mehrere Menschen haben über ihren Glauben geredet und es wurden verschiedene Tänze aufgeführt. Nach fast 3 Stunden sind wir dann aber doch ein wenig früher gegangen. Es war kein Ende in Sicht.
Über die Vergangene Woche wird mein Besuch berichten. Was mir in dieser Woche erwähnenswertes im Kopf geblieben ist unser Tanken. Meine Familie war ja mit dem Auto hier und da wir auch viele Städtetrips gemacht haben, mussten wir auch tanken. Es gab gar kein Haus zum Bezahlen. Wir mussten an einen Automaten gehen, den wir glücklicher Weise auf Deutsch stellen konnten. Diese Technik hat mich echt begeistert. Ich habe zwar auch schon in Deutschland Tankstellen gesehen, wo man am Automat bezahlt, aber hier fühlte ich mich nicht mehr in Lettland, sondern eher in der Zukunft. Ich merke gerade, es ist schwer zu beschreiben, was ich daran so toll fand, aber das hat mich echt begeistert.

Dienstag, 13. April 2010

Der Besuch ist da

Mein Besuch ist hier Donnerstag in der Nacht gut angekommen und seitdem haben wir hier viel erlebt. Nachdem bei dem kurzen Besuch im Herbst ja eher die Renovierung meiner neunen Wohnung im Mittelpunkt stand, haben wir nun auch endlich mehr Zeit gehabt. Wir konnten uns nun auch mehr als nur den Strand anschauen. Außerdem sind wir ein wenig herumgefahren.

Morgen geht es nach Riga. Darauf freue ich mich schon sehr. Freitag hoffe ich, finde ich wieder mehr Zeit darüber zu berichten. Vielleicht schreibt auch mein Besuch wieder den einen oder anderen Bericht.