Donnerstag, 15. Oktober 2009

Der schweizer Prediger

Am gestrigen Mittwoch habe ich auf der Arbeit dann alle Bilder auf den PC geladen. zumindest alle "Arbeitsbilder", die privaten natürlich nicht. Dabei hat sich schnell eine Traube um den PC gebildet und es hieß immer nur, das möchte ich, das möchte ich... Aber das war schön, die Menschen waren über die Bilder alle sehr glücklich. Ich habe dann alles aufgeschrieben, wer welche Bilder haben möchte und dann bin ich die entwickeln gegangen. Ansonsten war nichts Erwähnenswertes auf der Arbeit.
Nachdem ich zuhause gegessen hatte, bin ich am Nachmittag in meine alte Unterkunft und habe mich dort getroffen. Wir haben ein bisschen deutsch gelernt. Das war schön. Natürlich haben wir uns getroffen um deutsch zu lernen, aber wir haben auch Spaß gehabt. Danach gab es lecker Kuchen.
Um 18 h ist ja eigentlich das Bibelgespräch. Diese Woche war aber nicht nur unsere Gruppe, diese Woche war der ganze Studentenbund da. Denn diese Woche war ein Mann aus der Schweiz da. Ganz genau weiß ich nicht, was seine Aufgabe war, aber er hat in der Gruppe gepredigt. Er meinte dann spaßeshalber, ob er seine Predigt auf französisch, deutsch oder doch auf englisch halten sollte. Irgendjemand meinte dann, dass ich deutsch verstehe und dann fragt er mich ganz langsam, wieso lernen sie Deutsch. Darauf habe ich ganz langsam geantwortet. Ich komme aus Deutschland. War ne ganz coole Situation. Naja, er hat dann letztendlich auf Englisch gepredigt und es wurde auf lettisch übersetzt, aber ich war glücklich, weil ich ja das Englische verstanden habe und dann ist das lettische ja viel einfacher. War cool. Ich bin immer sehr von diesen Männern begeistert, die ankommen und einfach los reden und auch interessant, das überzeugt mich und auch dieses Mal hat er sehr schöne Sachen gesagt und auch mal tolle Beispiele gegeben. Ich glaube er reist immer durch Baltikum und hat da so seine Städte, wo er den Studentenbund unterstützt. Scheint recht interessant zu sein. Bei dem Treffen war auch Liene aus Kuldīga. Wir sind dann zusammen noch richtig Bus bzw. Wohnung gegangen und haben uns für heute morgen verabredet.
Wir haben dann heute hier gemeinsam gegessen und viel geredet. Eine schöne Zeit. Ich habe Brot und Salz geschenkt bekommen, weil sie zum ersten Mal in meine Wohnung kam. Ich kenne das in Deutschland nur, wenn das Haus neu gebaut wird, aber da kann ich mich auch irren.
Nach dem ausgiebigen Essen sind wir dann zusammen Richtung Stadt gegangen, sie musste weiter studieren und ich habe die bestellten Fotos abgeholt und in der Gemeinde verteilt. Danach war eine Gemeinderatsversammlung, wo ich aber nicht so viel mitbekommen habe. Das war meist, dass der Pastor etwas erzählt hat und die anderen haben zugehört, also eher informatives... Danach bin ich auch ziemlich bald wieder nach Hause gefahren. Hier habe ich nichts Großes gemacht, ein bisschen telefoniert und aufgeräumt, gekocht und mein Feuer brennt auch wieder. Die Letten heizen aber teilweise noch nicht. Mir ist schon fast kalt, wenn ich mal einen Tag nicht heize und die heizen noch gar nicht. Die haben teilweise 10-11 Grad in ihrer Wohnung. Das ist echt hart. Liene meinte auch, dass es bei mir ja total angenehm warm ist, bei ihr gibt es nicht mal heißes Wasser.
Nun gut...
Liebe Grüße

Dienstag, 13. Oktober 2009

Der interaktive Deutschunterricht

Der Deutschunterricht am Montag hat wieder total viel Spaß gemacht. Es waren schon wieder 6 neue da. Ein Mann, den niemand in der Gemeinde kannte kam, das finde ich total schön. Ich habe es diese Woche endlich mal geschafft, den Unterricht ein wenig aktiver zu machen. Das wird mir bestimmt nicht immer gelingen, aber gestern haben wir die Körperteile gelernt. Dann habe ich gleich mal ein Lied einbauen können "Kopf und Schulter, Knie und Fuß..." Das war eine coole Idee. Haben alle gut mitgemacht. Außerdem lehre ich gerade ein paar Adjektive und deren Gegenteil. Ich habe dann jedem ein Adjektiv gegeben und sie sollten sich gegenseitig suchen, also ihr Gegenteil. Das hat auch gut geklappt und so wurden auch einige Wörter behalten. Ganz nebenbei lerne ich auch viele Adjektive auf lettisch. Heute habe ich auch viel positives Feedback bekommen.
Ich wollte nochmal was zum Wetter schreiben. Hier war am Montag zwar mal wieder die Sonne zu sehen, aber es wird einfach nicht mehr warm. Wir haben hier nur noch einstellige Temperaturen und der Unterschied zwischen Tag und Nacht beträgt nur 3-4 Grad. Das ist echt kein schönes Wetter. Wobei solange hier kein Regen und kein Sturm ist, ist es ja gut auszuhalten. Aber vor dem Deutschunterricht hatte ich ein Gespräch mitbekommen, dass manche Menschen hier noch nicht heizen. Die haben teilweise nur 11 -13 Grad zuhause und heizen nicht. Da bin ich doch recht glücklich, dass ich hier meine eigene Heizung habe und so viel heizen kann, wie ich das für nötig halte. Ich kann zwar meine Küche nicht heizen aber im Rest der Wohnung habe ich es warm.
Heute begann der Dienstag mit einer Andacht um 9 h. Ich schlafe hier immer noch 9 Stunden pro Nacht und deshalb ist der Dienstag immer ein bisschen früh für mich. Aber gut, nach der Andacht wurde mir der PC gezeigt, der wurde nun auf Linux umgestellt. Habe ich noch nie mitgearbeitet, aber scheint jetzt nicht so die große Umstellung zu sein. Des restlichen Vormittag habe ich immer, wo ich helfen konnte geholfen. Ich habe Zettel auf gehangen, Äpfel gewaschen und geschnitten. Ich war kurz in der Kleiderkammer, es gab immer irgendetwas zu tun. Um 12 Uhr war wieder die Handarbeitsgruppe. Heute war das wieder richtig gut. Die reden einfach immer auf mich ein, meist auf lettisch, bis ich das endlich verstanden habe. Das gefällt mir aber, weil ich das so wenigstens ein bisschen lerne. Mein Schal ist zwar mittlerweile grün, ich habe einen neuen angefangen, aber der nimmt langsam Form an. Natürlich helfen die Frauen auch immer noch ein bisschen, aber eigentlich mache ich das schon ganz gut alleine. Auch vom Tempo komme ich immer besser klar.
Nach der Gruppe fand dann ein Treffen mit verschiedenen sozialen Organisationen in der Kirche statt. Eigentlich hatte ich keine Lust darauf, weil der Pastor das Gespräch leitet und sehr wenig Zeit zum Übersetzen findet, aber es hat vieles an die Tafel geschrieben und wenn man es hört und lesen kann und ungefähr den Zusammenhang weiß, dann komme ich schon mit und so war das Treffen gar nicht so uninteressant, wie ich das gedacht hatte. Wir haben überlegt wie wir armen Menschen Zugang zu medizinischen Dingen gewährleisten können, weil das Gesundheitssystem hier in Lettland am Ende ist und nur die Reichen können sich die Medizin bzw. die Behandlungen leisten und das ist ja kein Zustand. Da kamen ein paar ganz gute Vorschläge zusammen, aber das muss nun auch umgesetzt werden. Man plant zum Beispiel einen Krankentransport ins Krankenhaus zu organisieren, weil der Krankenwagen sehr teuer ist. Aber wie gesagt, das muss nun umgesetzt werden.
Danach war ich einkaufen und kochen. Heute habe ich nichts mehr vor. Es läuft soweit alles seinen Gang und heute in einer Woche kriege ich dann meinen ersten Besuch. Darauf freue ich mich schon.

Montag, 12. Oktober 2009

Beginn der Sonntagsschule

Am Sonntag ging’s für mich um 11.30 los. Neben mir haben 3 Mütter das Treffen geleitet. Zunächst haben wir aber noch ein bisschen vorbereitet. Danach sind wir alle zusammen in einen Nebenraum beten gegangen, eine Frau hat für uns gebetet und wir schlossen mit einem Vater Unser ab. Um 12 Uhr ging es los. Es gibt 2 Gruppen eine von 3-8 Jahren und eine für die Älteren bis 15. An diesem Sonntag haben sich beide Gruppen gleichzeitig getroffen und wir haben mit einem Gebet und einem Vater Unser angefangen. Ich bin dann in die große Gruppe gegangen. Dort wurde ein kleines Rollenspiel gespielt, ok, es hat nur eine Frau gespielt und die Kinder waren die anderen. Aber die Kinder wussten nichts davon. Also sie sollten so reagieren, wie sie es im normalen Leben machen würden. Wie auch immer. Es ging um eine bettelnde Frau. Aber ich habe an diesem Sonntag noch nicht mitgeholfen, ich wollte mir das zunächst erst mal angucken. Nach dem Theater ging’s an einen Tisch und da wurde erst mal aus der Bibel gelesen. Danach wurde darüber diskutiert. Da habe ich dann gar nichts mehr mitgekriegt. Aber das Gespräch schien auch gut zu laufen. Nach dem Gespräch, wo es auch um das Vater Unser gegangen sein soll, das Thema, was die nächsten Wochen bei der Sonntagsschule bestimmen wird. Nach einem kleinen Cornflakessnack ging es in der Großgruppe(beide Gruppen zusammen) weiter. Wir haben von vielen, der vom Apfelfest übriggebliebenen, Äpfel Apfelmus gemacht. Die Großen haben die Äpfel geschält und die Kleinen haben sie geschnitten. Da konnte ich mich dann gut einbringen und ich habe mit den Kleinen Äpfel geschnitten. Zum Abschluss wurde noch ein Vater Unser gebetet. Nach einer Stunde Pause begann dann der Gottesdienst. In diesem Gottesdienst waren die Konfirmationen. Aber der Gottesdienst lief genauso wie immer ab. Nur mittendrin wurde die Taufe und direkt im Anschluss die Konfirmation mit Vater Unser eingefügt. Es wurde danach aber wieder normal weiter gemacht. So wurde aus dem normalerweise 1-stündigen Gottesdienst ein Gottesdienst, der länger als 1 1/2 Stunden dauerte. Aber gut. Mittlerweile weiß ich schon, wann man aufstehen- und wann man sich hinknien muss, was man hier bestimmt 3 mal im Gottesdienst macht. Natürlich kam zum Abnedmahl nochmal das Vater Unser. Ich weiß nicht genau, aber ich glaube, ich habe an dem Tag 5 Mal das Vater Unser gebetet.
Nach dem Gottesdienst bekamen die Konfirmierten Blumen. Ich habe auch ein Bild von 3 von den 6 gemacht. Kommt demnächst. Zum Thema Bilder... Ich habe ein paar Bilder von meiner alten Unterkunft reingestellt. Wer es sich antun möchte, auf die Diashow und dann dort auf meinen Namen klicken. der neue Ordner...
Nach dem Gottesdienst war ich irgendwie glücklich. Das war ein schöner Tag. Ein schönes Wochenende. Heute am Montag ist es wieder ruhiger, nur gleich der Deutschunterricht.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Die Fußballparty

Am Samstagvormittag war ich auf einem Treffen für die Sonntagsschule. Dieses Mal waren da Frauen, ja es waren nur Frauen und ein Pastor da, aus 6 oder sogar 7 verschiedenen Gemeinden da. Jeder hat wieder etwas zu essen mitgebracht, für Pause. Ich glaube, so etwas sagt man schon gar nicht mehr an, das ist einfach ein ungeschriebenes Gesetz, dass man immer irgendetwas mitbringt. Nun gut. Zunächst gab es eine Art Gottesdienst. Also das war eher eine Andacht. Aber Gottesdienst ähnlich. Habe ich nicht so mitgekriegt, aber der Pastor war lustig.
Nach einer kleinen Vorstellrunde, hat die Mutter von Janis eine Bastelidee vorgemacht. Dabei habe ich eine Rose gebastelt. Die werde ich demnächst online stellen. Ganz einfach und schnell gemacht. Danach wurden dann immer wieder von verschiedenen Seiten etwas angesprochen. Ich glaube, das waren Ideen und Erfahrungen. Dann gab es die Pause, auch, wenn sich das hier nicht so anhört, hat das doch gut 2 Stunden gedauert. Bei dem Treffen habe ich aber keinen Kontakt zu anderen Menschen aufgebaut. Die waren auch alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Helga war mit, weil sie beim Basteln ein bisschen helfen sollte. So habe ich mich mit Helga unterhalten. Sie war müde und auch ein wenig gelangweilt. Nach der Pause wurde dann ein paar Dinge, die bestellt waren, wie zum Beispiel eine CD ein Liederbuch für unsere Gemeinde verteilt. Dann habe ich den 2. Teil der Sitzung die Lieder versucht zu übersetzen. Helga hat als 1. Fremdsprache Deutsch gewählt und für sie war es auch ein gutes Training, die Lieder zu übersetzen. Es war dann immer schön, wenn ich das Lied kannte, gerade bei den Weihnachtsliedern in dem Buch. Ich glaube, das Übersetzen hat sich richtig gelohnt, auch und gerade für mich. Nun gut, wir sind dann nach Hause gegangen, ich habe weiter Hausmann gespielt, damit ich das wenigstens eine Woche durchgehalten habe...
Am Nachmittag habe ich dann Deutschland gegen Russland geguckt. Das konnte ich allerdings nur, weil ich hier Kabel TV habe und damit neben ein paar deutschen Sendern auch ein paar Russische empfangen kann. Da Deutschland ja gegen Russland gespielt hat, habe ich das dort gucken können. Russisch ist aber noch anstrengender als lettisch und dann habe ich mir 90elf dazu angemacht und den russischen Kommentar ausgemacht. Dann war das richtig gut... Natürlich wohl mehr das Ergebnis, aber ich war glücklich. Nach dem Spiel hatte ich nicht lange Zeit zum Feiern, ich musste noch ein bisschen Knapperzeug für die Fußballparty besorgen. Dann ging’s zur Gemeinde. Ich habe dann das Feiern nachgeholt und die Letten konnten auch mitfeiern, weil es Russland ja nicht geschafft hatte. Mes braucam uz DienvidĀfriku.. Wir fahren nach Südafrika. okay okay.. aber die Kids hatten super viel Spaß und es war wirklich alle aus der Jugendgruppe da. Das war einfach nur cool. Wir haben dann noch ein Spiel gespielt, bevor es dann los ging. Kurz vor Anpfiff wurden dann die Fahnen ausgepackt und die lettische Flagge wurde auf die Gesichter gemalt. Das Spiel ging los und alle waren glücklich. Als ich das erste Mal Gekas, ein griechischer Stürmer, gesehen haben, meinte ich, wenn die sogar Amanatidis auf der Bank lassen, dann sind die Griechen selbst Schuld, weil Gekas hat ja schon ewig nicht getroffen. Ich hätte es besser nicht sagen sollen. Keine 4 Minuten und Gekas traf zum 1:0 für Griechenland. Ich war zunächst geschockt. Aber die Jugendlichen stimmten wieder ein Vacija brauc uz... (Deutschland fährt nach ...) Das Tor hat der Stimmung echt nichts angetan. Und dann kurz danach, ich glaube noch in den ersten 10 Minuten gleicht Lettland dann auch noch durch einen Fallrückzieher Link zum Spiel auf YouTube aus. Da waren wir am Feiern. Weitere 10 Minuten gingen die Letten sogar in Führung. Das war echt super, ich hab selbst nicht dran geglaubt. Aber wen die Letten hier gewinnen haben sie reelle Chancen in die Playoffs zu kommen. Die Halbzeitpause wurde durchgefeiert... Wir haben wieder gespielt. Das Spiel hätte da zu Ende sein müssen. Denn, was nun kam, ging gar nicht. Keine 2 Minuten nach Wiederanpfiff gab’s Elfmeter. 2:2 . und dann ging es Schlag auf Schlag, der von mir so schlecht gemachte GEKAS traf an dem Abend 4 Mal. Am Ende hieß es 5:2 für Griechenland. Naja, vielleicht wäre es zu viel verlangt gewesen, dass Lettland das Spiel gewinnt, aber 5 Dinger waren eindeutig zu viel. Am Ende waren wir alle doch nicht mehr so gut drauf, es war auch schon spät. Wir haben alle aufgeräumt und dann ging’s ein wenig traurig nach Hause.
Alles in Allem war das aber ein schöner Abend. Alle hatten Spaß und mich hat dieses kurzfristige, spontane so begeistert. Es waren sogar mehr als bei der Jugendgruppe da, weil der eine am Freitag noch krank war. Das ist hier schon ne coole Truppe.
Vom Sonntag berichte ich morgen.

Freitag, 9. Oktober 2009

Die Jugendgruppe

Am Mittwochabend war ich bei der Bibelgruppe von den Studenten. Das war total cool. Die findet immer in meiner alten Unterkunft statt. War ein ganz cooles Gefühl da wieder rein zu gehen. Die Gruppe ist auch cool. Da sind viele verschiedene Menschen, aber alle jung und das macht noch viel mehr Spaß über die Bibel zu reden. Die Gruppe wird auch von Lelde geleitet. Sie leitet jetzt also beide Gruppen, die Jugendgruppe und die Studentengruppe und ich bin auch bei beiden dabei. Das hilft meinem Verständnis auch sehr weiter, weil es ungefähr die gleichen Fragen sind. Es wird aber nicht langweilig, weil die andere Altersgruppe ganz anders denkt. Es macht echt Spaß wie man einen Bibeltext so komplett anders auslegen kann. Oder langfristig auch mal zu sehen, wo die Menschen gleich denken.
Nach der Bibelstunde habe ich noch jemanden im Kojas besucht und dann war ich einkaufen. Diesmal war ich ohne Fahrrad unterwegs und es ist doch ganz schön weit gewesen, aber wenn der Wetter sich weiter so entwickelt wie es zurzeit ist, dann werd ich wohl noch einige Male gehen.
Am Donnerstag habe ich einen Teil meiner Fotos öffentlich auf dem Computer in der Gemeinde gemacht. Also zum Beispiel die vom Apfelfest oder die von Deutschunterricht, was auf dem PC doch sehr lange gedauert hat. Eigentlich wollte ich mich dann mit dem Pastor treffen, um in das Heim für geistig Behinderte zu fahren, aber er hat kurzfristig abgesagt. Am Abend hat er mir erzählt wieso wir nicht gefahren sind. Das fand ich sehr süß. Die Einwohner haben an dem Donnerstag nämlich Taschengeld bekommen und wenn die Einwohner Taschengeld bekommen, dann gehen sie immer shoppen. Natürlich kriegen sie keine Mengen. Vielleicht ein, zwei Lats aber das ist für die immer ein Highlight dann loszuziehen. Kann ich auch irgendwie verstehen. Naja, dann wäre ja aber keiner zum Gottesdienst gekommen, also wurde der Gottesdienst verschoben. Ich hatte also wieder einen freien Nachmittag. Fast schon zu viel Freizeit in dieser Woche, aber ich werd am Wochenende noch wieder viel arbeiten müssen. Ich habe dann wieder gekocht und weiter aufgeräumt. Mein Kochen nimmt immer sehr viel Zeit in Anspruch. Um 18 Uhr war dann das letzte Mal Konfirmandenunterricht. Die werden an diesem Sonntag konfirmiert. Der Unterricht dauerte hier auch nicht so lange. Vielleicht 10 Wochen. Also es sind echt unterschiede da. Die sind alle sehr aufgeregt, weil sie noch nie eine Konfirmation gesehen haben. Das war für mich auch besonders, weil ich ne Zeit lang jedes Jahr irgendwo auf einer Konfirmation war. Ich bin sehr gespannt wie es wird und die Konfirmanden auch sehr.
Heute am Freitag bin ich in die Kirche zum Wochengespräch, was diese Woche nicht sooo gut war, weil wir ja kaum was zu besprechen hatten. Aber es war schon gut, dass wir nun wieder im richtigen Rhythmus sind. Oh.. doch. Eine gute Sache hatte das Gespräch. Ich habe erzählt, dass ich trotz Bemühen niemanden gefunden habe, der morgen mit mir Fußball guckt. Dann meinte er Pastor, dann guck doch mit der Jugendgruppe hier in der Gemeinde. Als ich das dann eben bei der Jugendgruppe vorgeschlagen habe, waren alle sehr begeister und jetzt machen wir morgen eine Fußball-Fan-Party. Die Partytrilogie. Erst Feuerparty, dann Putzparty und morgen eine Fußballparty. Mal gucken vielleicht geht es ja so weiter. Naja zurück zu dem Gespräch. Bzw. danach... Ich bin dann in die Stadt gegangen, habe einen neuen Schäler gesucht und mir noch einen Haartrockner, ne sogar einen Föhn(ist nämlich von Philips) gekauft.
Am Abend war Jugendgruppe. Helga hat heute Namenstag und der wird hier doch sehr gefeiert. Ihre Mutter hat für sie und uns einen Kuchen gebacken. Sie hat noch ein paar Chips mitgebracht. War eben eine richtig schöne Zeit. Zunächst hat jeder ein wenig berichtet, was er in der letzten Woche so erlebt hat. Das Gespräch war richtig gut und hat knapp 45 Minuten gedauert. Dann haben wir mit dem Bibelstudium weiter gemacht und heute haben die noch viel besser mitgemacht. Sie waren offener und fühlten sich wohl. Das merkt man, obwohl ich nicht alles verstanden habe. War ein schönes Gespräch. Danach haben wir ausgiebig gebetet und jeder hat etwas gesagt. Teilweise sind die erst 11 Jahre, aber die beten einfach von Herzen weg. Das begeistert mich doch immer wieder. Ich selbst habe immer noch Probleme dabei, wobei es viel besser wird. Eigentlich war die Zeit schon um, aber die wollten trotzdem noch ein paar von den Spielen, die ich vorbereitet hatte. Den Rest haben wir dann in unsere Fußballparty morgen Abend verschoben.
So... ich glaube so viel ist zurzeit gar nicht zu berichten. Das Wochenende wird wieder ereignisreicher. Bleibt euch nur zu sagen, dass ihr, nachdem ihr Deutschland unterstützt habt, morgen auch Lettland die Daumen drücken müsst. Die Letten sind ja auch für Deutschland, weil die Russland nicht mögen. Aber, wenn Lettland morgen gegen König Otto wirklich gewinnt, dann können sie in der Relegation auf Deutschland oder eben auf Russland treffen, weil sie das schlechtgesetzteste Team in den Play off wären. MH.. ich hoffe, das könnt ihr ein bisschen nachvollziehen. Wie auch immer, vielleicht fährt Lettland ja wirklich nach Südafrika.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Meine neue Adresse

Labdien!

Heute möchte ich euch zunächst meine neue Adresse geben.

Benjamin Roeder
Uliha iela 30-3,
Liepāja,LV-3401
Latvija

Ich habe jetzt bei der Googlekarte bei "A" meine Wohnung und bei "B" ist meine Kirche. Da kann man jetzt sehen, die Ostsee ist näher als der Arbeitsplatz. Außerdem könnt ihr jetzt das Wetter verfolgen. Sogar die Windgeschwindigkeiten sind angegeben. Zurzeit ist aber im Vergleich zum letzten Wochenende nichts mehr davon zu spüren. In der Diashow lass ich erst mal noch die Bilder vom September, wenn ich ein wenig mehr habe, kommen da die Oktoberbilder rein. Die kann man sich aber schon angucken, wenn ihr die Diashow anklickt, aber das habe ich ja schon erklärt. Wenn ihr noch Verbesserungsvorschlage zu der Seite habt, nur zu.
Jetzt aber zurück zu meiner Arbeit und meinen Erlebnissen.
Am Montag hatte ich mal ein bisschen Ruhe. Ich hab mich zum Beispiel um die ganzen Fotos gekümmert. Habe in meiner Wohnung ein bisschen aufgeräumt. Beim Deutschunterricht sind wir jetzt mir der Vorstellung durch. Jeder hat einen kleinen Text über sich geschrieben und kann sich und seine Familie vorstellen. Ich habe jetzt von jedem ein Foto gemacht und bald können wir die Texte irgendwo aufhängen. Jetzt fangen wir an, Farben und Kleidung zu lernen. Das macht Spaß. Diese Woche waren direkt mal die gleichen da wie letzte Woche. Vielleicht entwickelt sich ja doch mal eine konstante Gruppe. Wir waren 13 und das ist eine super Anzahl, wie ich finde.
Danach habe ich ganz lange für mich gekocht, das hält noch ganz schön auf. Aber es macht mich doch immer wieder stolz, wenn es schmeckt. ;)
Am Dienstag war um 9 Uhr wieder Andacht. Im Anschluss daran war dann das Gespräch mit dem Pastor, was wir normalerweise immer am Freitag führen. Am Freitag hatten wir aber keine Zeit. Also haben wir das nachgeholt. Das ist immer gut. Ein kleiner Rückblick von den letzten Tagen, egal ob gut oder schlecht, hilft es nochmal darüber zu reden. Außerdem haben wir einen Plan gemacht. Aber diese Woche ist allgemein ein bisschen ruhiger. Das Apfelfest hat auch bei den Anderen viel Kraft gekostet. Aber wir fahren diese Woche zum Beispiel wieder in das Heim für geistig Behinderte und Sonntag geht zum Beispiel die Sonntagsschule nun richtig los. Da bin ich schon gespannt. Wobei ich mir das am Anfang mehr angucke, bevor ich selbst eigenständig etwas leite. Aber wir werden sehen.
Nach dem Gespräch begann die Handarbeitsgruppe. Nachdem ich letzte Woche etwas ganz anderes Muster gelernt habe, habe ich diese Woche wieder das alte Muster gehäkelt, aber eine neue Farbe. Das klappt aber schon immer besser, auch, wenn ich das laut der Damen immer noch falsch halte. Naja, ich geb mein Bestes. Es geht dabei auch eher darum, das Gespräch zu suchen und probieren etwas Lettisches zu lernen.
Am Nachmittag habe ich mich dann auf die Suche nach einer neuen Jacke gemacht. Mein Reißverschluss ist nämlich kaputt gegangen. Ich bin etwa 2 km in ein Shoppingcenter gefahren. Das ist allemal auf europäischen Standard noch sehr neu, aber ein großer Unterschied. Es ist hier sooo leer. Das habe ich noch nie gesehen. In dem großen Center waren mehr Verkäufer als Kunden. Ich war fast immer der einzige Kunde in riesigen Shops. Leider war die eine Jacke, die mir sofort ins Auge gesprungen ist, nicht in meiner Größe da. Ansonsten waren das überwiegend noch Herbstjacken, aber bei dem Wetter hier brauche ich eine Winterjacke. Ich werde die nächsten Tage nochmal woanders gucken.
Abends habe ich ein wenig Hausmann gespielt. Ich habe gekocht, gewaschen, geputzt, Feuer gemacht. Im Nachhinein ein tolles Gefühl so viel geschafft zu haben. Alles in Allem ein schöner Tag.
Heute ist noch nicht so viel Erwähnenswertes passiert. Der Alltag hier auf der Arbeit. Außerdem habe ich ein paar Bilder auf den PC hier geladen und an ein paar Adressen geschickt, die ich bekommen habe.
Bis Bald

Montag, 5. Oktober 2009

Die Putzparty

Nachdem das Apfelfest (Abolsvetki) vorbei war, war ich aber schon echt fertig. Ich hatte einen geschwollenen Finger (Wespe), war beim Spielen umgeknickt und hatte auch einen geschwollenen Knöchel, war durch das Schleppen der 20kg Säcke auch körperlich fertig. (Die nicht verkaufte Ware musste ja wieder in die Kirche geschafft werden) und ich war müde. Ich merke, ich jammer auch schon wie die Letten hier. Ah... ich hab noch vergessen, der Sturm kam auf. Okay, nachdem ich dann meine Sachen nach Hause geschleppt habe, bin ich noch einkaufen gewesen, habe Feuerholz hochgeschleppt und dann habe ich mich erst mal 2 Stunden hingelegt. Das tat richtig gut. Am Abend war ich dann mit dem Mädchen verabredet, die letztens einfach bei mir im Zimmer stand (Rita), weil sie am Wochenende alleine im Kojas (meiner alten Unterkunft)ist. Wir haben zusammen gegessen und dann haben wir eine Putzparty gehabt... Ich weiß gar nicht, wie wir darauf gekommen sind, aber sie wollte mir helfen aufzuräumen, meine Sachen einzuräumen usw. Als wir angefangen hatten, merkten wir, dass es doch nötiger war, als ich das bisher gedacht hatte. Wir haben uns dann entschieden, alles gründlich zu machen und dadurch nicht so schnell voranzukommen. Aber das war sehr cool. Mir hat das Putzen sogar Spaß gemacht und ich glaube ihr auch. Wir haben zwischendurch immer Pausen gemacht, wo wir meine Äpfel, Wurzeln usw. gegessen haben. Wenn ich ehrlich bin, haben wir nur den Flur geschafft, aber der sieht nun top aus. Als nächstes kommt die Toilette. Gestern habe ich während des Kochens mir auch die Küche ein wenig vorgenommen. Bis meine ersten Gäste kommen, wird es hier schön sein. Dieser Abend tat richtig gut. Danach ging es mir wieder viel besser. Ich kann nicht sagen, was mir gefehlt hat, aber seitdem bin ich wieder besser drauf. Eigentlich sollte ich dann am Sonntagmorgen wieder mit dem Pastor in seine 2. Gemeinde fahren, aber ich habe ihm am Samstag schon abgesagt, weil es mir echt nicht so gut ging. Mein Pastor hat das sofort verstanden und wie ich im Nachhinein erfahren habe, ist er selbst auch nicht gefahren. Da war mein kleines, schlechtes Gewissen wieder weg.
Ich habe den Sonntag dann genutzt um auszuschlafen. Ich habe noch ein wenig aufgeräumt und bin dann wieder zur Kirche. Wir haben uns getroffen um etwas für den Gottesdienst einzustudieren. An diesem Sonntag beginnt nämlich die Sonntagsschule. Diese Woche noch im Gottesdienst, aber nächste Woche treffen die sich dann um 12 und lernen 2 Stunden etwas über Gott, die Bibel und was man so über die Kirche wissen muss. Wir werden auch gemeinsam essen, aber wie gesagt, diese Woche war nur ein Anfangsgottesdienst. Wir haben dann zusammen ein Lied gesungen. Außerdem habe ich ein Gebet auf lettisch gesprochen. Ich bekam wie alle Sonntagsschullehrer ein kleines Buch geschenkt. Das war ein schöner Gottesdienst. Außerdem war auch noch Erntedank-Fest. Deswegen auch am Samstag das Apfelfest. Ein sehr voller Gottesdienst, der auch über 1 1/2 Stunden gedauert hat. Dann bin ich nach Hause. Da habe ich meine Sachen abgestellt, und mein Fahrrad habe ich geholt. Zum Gottesdienst bin ich zu Fuß gegangen, weil es sehr stark geregnet hat. Naja, dann bin ich zum Hypermarkt gefahren. Das war schon ein Highlight in dem Sturm zu fahren. Ich habe dann eingekauft. In dem großen Markt kann man echt Stunden zubringen. Dann ging es zurück. Ich bin bei so einem Wind noch nie Fahrrad gefahren. Ich wäre fast hingefallen, bin dann mit voller Kraft mit 10 km/h nach Hause getuckert. Das war richtig geil. Auf dem Rückweg bin ich nämlich gegen den Wind gefahren. Zuhause habe ich dann für mich gekocht. Das hat alles gedauert und mit spülen und allem habe ich 3 Stunden damit verbracht und ich habe nix großes gekocht. Naja, aber das frisst alles Zeit. Abends habe ich auch kaum was gemacht. Ich habe meinen Blog geschrieben und dann bin ich auch ins Bett. Auch, wenn ich eigentlich nichts zu tun habe, habe ich immer etwas zu tun. Heute probiere ich mal wieder die Flut der Fotos unter Kontrolle zu kriegen. Ich muss heute nur Deutschunterricht geben und dann geht es weiter mit dem Aufräumen. Gut, jetzt bin ich wieder auf dem aktuellen Stand.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Abolsvētki

Labvakar...
"Lange" habe ich nichts geschrieben, aber die letzten tage waren echt stressig und es ging mir nicht so gut. Ich hatte ein kleines Tief. Aber der Reihe nach. Ich bin am Donnerstag, nachdem ich meine ganzen Sachen gepackt habe. Okay.. es hat lange nicht mehr in die Taschen gepasst, aber es musste dieses Mal ja auch nicht. Der Pastor, ist nämlich mit seinem Auto gekommen und hat alle meine Sachen in die neue Wohnung gefahren. In der neuen Wohnung habe ich alle Sachen erstmal abgestellt. Dann habe ich noch mein Fahrrad geholt, was ich jetzt immer im Schuppen abstellen kann, wo auch mein Holz drin ist. In der neuen Wohnung habe Internet ausprobiert, was hier bisher ohne Probleme funktioniert. Jetzt habe ich warmes Wasser in der Dusche, habe keien Nachbarn, die unter 2 Jahren sind. Keine lauten Nachbarn. Ich kann kommen und gehen, wann ich will und ich kann duschen, wann ich will und muss mich nicht an Duschzeiten halten. Ich glaube, ich könnte noch weiter Vorteile aufzählen. Am Donnerstag hatte ich in der Wohnung aber kaum mehr Zeit, dann ging es wieder zur Arbeit. Wir hatten das letzte Vorbereitungstreffen für das Apfelfest am Samstag. Es wurde ein wenig Panik verbreitet, wie viele Menschen da wohl kommen könnten. Aber die Planungen waren recht fortgeschritten und das Gespräch war doch sehr gut. Danach bin ich kurz nochmal in die alte Unterkunft und habe einen Zettel abgegeben und dann war Konfirmandenunterricht. Diesmal haben wir den Ablauf eines Gottesdienstes besprochen. Um 20h war das zu Ende und ich wollte nach Hause. Dann kam aber gerade der Transport an, der den ganzen Tag über die Dörfer gefahren ist, um Spenden für das Apfelfest entgegenzunehmen. Ich habe noch nie so viel Obst und Gemüse auf einem Fleck gesehen. Das musste nun alles in die Kirche gebracht werden. Apfelsäcke, die ich kaum tragen konnte. Danach war ich echt fertig, auch und vor allem körperlich. naja, dann bin ich wieder in meine Wohnung. Der Tag war schon echt anstrengend, weil dieser Umzug auch echt anstrengend war, ich weiß auch nicht wieso. Wahrscheinlich war da doch irgendwie eine Ungewissheit, wie es wird. Obwohl ich müde war, habe ich dann noch Besuch bekommen. Das wäre ja kein Problem gewesen, leider ist sie sehr lange geblieben aber ich mochte den Gast ja auch nicht rauswerfen. Naja, so bin ich nicht nur nicht zum Auspacken gekommen, ich habe auch nur eine kurze Nacht gehabt, denn am Freitagmorgen wollte ich zur Schule. Hier war Lehrertag. Sowas habe ich noch nie gehört, deshalb wollte ich mir das mal anschauen und Jānis hatte mich eingeladen, weil er etwas vorgeführt hat. Die Schüler haben sich nämlich für die Lehrer ein Theaterstück überlegt und es am Freitagmorgen vorgeführt. Das Theaterstück war sehr schön. Ich habe sogar ein bisschen verstanden. Am besten war natürlich die Zeit, weil Jānis etwas aufgeführt hat, weil ich da persönlichen Bezug hatte, aber auch die anderen waren schön anzuschauen. Nach dem Theaterstück hat dann noch jeder Lehrer einen Blumenstrauß bekommen. Im Anschluss daran bin ich direkt zur Gemeinde gefahren. Ich musste das Plakat von der Behindertengruppe festkleben und außerdem noch ein Plakat für den Deutschunterricht, für die Diakonie insgesamt und für die neue Jugendgruppe bestalten. Das hat sich alles sehr in die Länge gezogen. Um 13.00 hatte ich kurz eine Mittagspause. Ich wollte eigentlich nur kurz etwas einkaufen, etwas Essen und mich nochmal schlafen legen. Ich hatte 2 Stunden, aber alleine das Einkaufen hat so viel Zeit in Anspruch genommen. Ich war hier nicht in einem Supermarkt. Ich war in einem Hypermarkt. Hier gibt es echt alles. Sogar die ersten Brötchen habe ich hier in Lettland gefunden. Naja, zuhause habe ich schnell was gegessen und dann musste ich schon wieder los. Ich hatte nämlich wieder Bilder entwickeln lassen und die musste ich abholen. Natürlich für das Plakat. Natürlich kam wieder ein Transporter mit Äpfeln und Gemüse an, den wir entleeren mussten. Aber um 16 Uhr kam dann Lelde und wir haben das erste Treffen der Jugendgruppe vorbereitet. Um 17h war dann aber nur ein Mädchen da. Die Schwester von Jānis. Naja, die erste Panik war zum Glück umsonst, denn bis um 17.30 waren wir dann eine vernünftige Gruppe. Naja typisch lettisch. Nächste Woche treffen wir uns dann erst um 18 h. Sie meinten, dann würden sie pünktlich kommen. Ich bin mal gespannt. Das Treffen war eigentlich ganz cool. Wir haben erst eine kleine Runde gemacht, wo jeder ein bisschen über sich und seinem Leben erzählt hat, was mir immer sehr viel Spaß macht, weil so man wirklich etwas über die Menschen erfährt. Dann hat Lelde die Bibelstunde geleitet. Wir werden das Markusevangelium durchgehen. Da hat sie ein paar Materialien. Bei den Bibelarbeiten klinke ich mich bisher noch aus, weil mein lettisch einfach nicht ausreicht. Danach haben wir uns dann einen Namen für die Gruppe überlegt. Außerdem haben wir das Plakat noch weiter verfeinert. Am Ende war ich wieder fertig. Ich hatte Hunger, war müde und wollte nur nach Hause. Ich bin auch ziemlich schnell eingeschlafen, bin aber in der Nacht irgendwann wieder aufgewacht. Ich war kurz auf Toilette und hatte gehofft, wieder einzuschlafen. Leider hat das nicht geklappt. Ich habe sehr lange wach gelegen. Ich weiß nicht wieso, aber es war nicht schön. Naja, Samstag war dann das Apfelfest. Ich sollte um 8 Uhr da sein. Nach der schlechten Nacht, aber das kann ich vorweg nehmen, nachdem ich das Haus verlassen hatte, war ich auch nicht mehr müde. Ich hatte den Tag über aber auch immer etwas zu tun und so ging es gut. Um 8 Uhr habe ich dann mitgeholfen, die Mengen an Obst und Gemüse aus der Kirche wieder nach draußen zu tragen, wo sie dann im Laufe des Tages für einen geringen symbolischen Preis verkauft werden sollten. Alles begann offiziell um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Im Gottesdienst hörte ich während des Gebetes ein großes fliegendes Tier, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, war es eine Wespe. Wie auch immer, nachdem ich sie an meinem Ohr gehört habe, fühlte ich es, wie sie in meinen Nacken reingeflogen ist. Ich wollte sie schnell herausholen und dabei hat sie mich dann gestochen. Ich habe mich sehr erschrocken. Nach dem gottesdienst wurde ich erstmal zu der Ärtzin in der Diakonie geführt und musste einen Verband kriegen. Das war gar nicht so schlimm für mich, aber die haben so darauf gedrängt. Das nur am Rande. Nach dem Gottesdienst war dann ein großes Fest. Es waren zwar lange nicht so viele Menschen da wie erwartet bzw. teilweise befürchtet, aber es war schön. Es hat zwar immer nochmal wieder angefangen zu regnen, aber nie wirklich schlimm. Ich habe zwischendurch ein paar Spiele mit den Kindern gespielt, es waren aber leider keine neuen da und so habe ich nur mit den gespielt, die ich sowieso kannte. Außerdem sind verschiedene Chöre aufgetreten und es gab auch etwas zu essen für alle. Ich wurde immer mal wieder von ein paar Menschen angesprochen. Ob sie mich nun kennenlernen wollten, oder ob sie Informationen über den Deutschkurs haben wollte. Das waren aber alles angenehme Gespräche. Ich habe einen lettischen Volkstanz gelernt. Das hat echt Spaß gemacht. Alle Menschen waren recht fröhlich, es gab eine kleine Tombola, was die Menschen sehr erfreut hat. Was diese kleine Gemeinde hier aufgebaut hat, ist echt erstaunlich. Leider ist am Ende ganz viel Obst und Gemüse übrig geblieben. Ich weiß leider noch nicht, was damit nun passiert. Mal schauen. Dieses Fest war ein großer Erfolg. Auch ich habe mich ein wenig mit Kartoffeln und Wurzeln eingedeckt. Was ich noch erwähnenswert fand ist, dass mir aufgefallen ist, wie viele verschiedene Obst und Gemüsearten aus irgendwelchen entfernten Ländern kommen, die hier nicht angebaut werden. Natürlich war mir klar, dass Kiwi, Nektarinen und Bananen usw. nicht hier angebaut werden, aber trotzdem war es nochmal schön zu sehen, was hier in Lettland angebaut wird. Ich merke schon, ich habe wieder Probleme das auf den Punkt zu bringen, was ich eigentlich meine. Ich hoffe, man versteht trotzdem, was ich meine. Ich werde nun aufhören und den Rest morgen nachliefern.
Ar labu nakti (gute Nacht)

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Umzugsvorbereitungen

Labdien!

Nach einer kleinen Pause melde ich mich wieder mit einem kleinen Jubiläum. Mein 25. Post. Da heute mein 35. Tag hier in Lettland ist, ist das ein ganz guter Schnitt. Zum Jubiläum habe ich noch einen kleinen Bonbon für euch Leser. Zumindest für alle, die mit dem Kuldīga-Austausch in Verbindung stehen. Denn *Trommelwirbel* unser Camp kriegt Zuwachs. Ein Mädchen ist schwanger. Ja, diese tolle Nachricht habe ich auch beim Besuch am Wochenende mitbekommen. Die glückliche ist Aiga. Sie kann nun, nachdem sie ja gerade geheiratet hat sich auf ihr erstes Kind freuen. Sie scheint auch sehr stolz zu sein. Ich freue mich für sie. Soweit zum Wochenende nochmal.
Nun geht's aber um Dienstag und Mittwoch. Der Dienstag begann mit der Andacht, diese Woche mal wieder mit dem Pastor. Die Andacht war jetzt nicht weiter erwähnenswert, aber am Ende jeder Andacht, Bibeleinheit usw. wird gebetet. Das ist jetzt nichts besonderes, aber die Art wie gebetet wird, begeistert mich immer mehr. Ich finde, dahingegen war mein Gebet immer sehr oberflächlich, aber hier betet man für alles und jeden. relativ oft machen wir dann eine Gebetsrunde. Wo jeder etwas sagt. Das Gebet dauert dann auch mal ruhig 15-20 Minuten, man redet einfach über alles, man bedankt sich viel, merkt aber auch an, was nicht so läuft. Man sagt einfach alles. Man betet auch viel mehr für andere Menschen. Die Gebetszeit genieße ich immer sehr. Kann ich nur weiterempfehlen, auch mal auszuprobieren. Abgeschlossen wird es dann mit einem gemeinsamen Vater Unser.
Am Dienstag bin ich dann an den PC und wollte ein bisschen etwas vorbereiten. Dann war aber immer etwas los. Ich finde es immer ganz angenehm, wenn auf der Arbeit immer etwas anderes anliegt. So habe ich oben in der Kartoffel und Apfelsäcke für das Apfelfest am Samstag geschleppt. Ich habe etwas in der Kleiderkammer geholfen und der die Handarbeitsgrupe hat sich wieder getroffen. Da muss ich mich ja auch mal entschuldigen. Meine Oma (schöne Grüße an der Stelle) hat eingelenkt, ich stricke in der Handarbeitsgruppe nicht. Ich häkele nur. Es tut mir Leid, aber nun kenne ich auch da den Unterschied. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden, weil die anderen auch teilweise stricken. Aber ich bleibe erst mal bei dem Schal. Diesen Dienstag wurde allerdings weder viel gehäkelt noch viel gestrickt. Es wurde gekocht. Jeder hat etwas mitgebracht und dann wurde etwas gekocht. Ich habe allerdings mit einem kleinen Teil der Gruppe weiter gehäkelt. Es gab dann Salat und Torte. War wie immer sehr lecker. Ich habe dann für alle abgewaschen, weil ich nicht wusste, dass ich etwas mitbringen sollte. Beim nächsten Mal sagen sie mir aber hoffentlich bescheid. An dem Dienstag hatte ich immer wieder kleinere Gespräche, wo ich mein lettisch probiert habe aufzubessern. Ich muss einfach viel mehr sprechen. Naja, ich war noch einkaufen und bin dann wieder nach Hause gefahren. Einen Vorteil werde ich in der neuen Wohnung nicht mehr haben, der nächste Supermarkt ist nicht genau neben dem Haus. Naja, am Nachmittag wollte ich anfangen meine Sachen zu packen, bin aber nicht voran gekommen. Ich habe nochmal wieder gewaschen. Am späten Nachmittag haben wir uns dann wieder getroffen. Bei dem Treffen ging es um die Sonntagsschule. Zunächst haben wir uns über den Auftritt im Kinderheim unterhalten. Aber das fanden alle nicht so toll und wir haben überlegt, was wir besser machen können. Das Problem daran ist, dass viele Kinder da nur für einen oder zwei Monate leben. ich habe nicht verstanden wieso, aber dadurch kann man kein Vertrauen aufbauen und letztes Mal war wohl eine ganz andere Zielgruppe da. Naja, aber wir werden nicht aufgeben und treffen uns demnächst zur nächsten Vorbereitung. Desweiteren ging in dem treffen am Dienstag um die am Sonntag startende Sonntagsschule hier in der Gemeinde. Diesen Sonntag ist hier Ernte-Dank-Fest und die Sonntagsschule beginnt mit einem Gottesdienst, bevor dann nächste Woche die richtige Gruppe beginnt. Im Gottesdienst soll ich mit den anderen zusammen ein Gebet sprechen. Nach dem Treffen hatte ich frei.
Am Mittwoch habe ich auf der Arbeit ein Plakat über die Behindertenarbeit der Diakonie gemacht. Das hat ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen, weil es ja auf lettisch sein musste. Sigrida hat dann immer etwas auf einen Zettel geschrieben und ich habe es abgetippt, so formatiert, wie ihr das passte und wieder ausgedruckt. Das war echt sehr mühsam, weil sie selbst nicht so genau wusste, wie sie es haben möchte... Aber nun sind wir so gut wie durch. Wir müssen nur noch alles aufkleben. Das machen wir am Freitagvormittag. Btw. Dafür muss ich noch Klebe kaufen. Aber im Nachhinein war ich schon glücklich. Wir haben wieder etwas zustande gebracht. Ich bin darüber sehr zufrieden und Sigrida ist sowieso immer glücklich, wenn etwas funktioniert.
Am Nachmittag bin ich nach Hause und wollte anfangen zu packen für meinen Umzug. Das war aber schwieriger als erwartet. Ich bin immer wieder durch irgendetwas abgelenkt worden. Ich muss aber gestehen, ich habe das Packen der Sachen nach 5 Wochen auch irgendwie als Rückblick genutzt. Viele Momente, die ich hier erlebt habe, verbinde ich mit irgendwelchen besonderen Dingen. Aber überwiegend waren es schöne Momente. Naja, ich habe mich halt immer wieder erwischt, dass ich eigentlich gar nicht aufräume, sondern immer wieder etwas anderes mache. Um 18 h war dann nochmal die Bibelstunde. Jānis, den ich am Anfang mal gefragt hatte, ob er mitkommt, war wieder da. Das hat mich irgendwie gefreut. Sowieso waren diese Woche viele da. Es war diesmal aber nicht so gut, weil ich vielleicht mit den Gedanken woanders war, oder weil der Text mir auch nicht so zugesagt hat. Naja, ich bin danach wieder nach Hause. Eigentlich wollte ich endlich alles aufräumen, aber ich bin wieder nicht dazu gekommen. Mir wurde ein türkischer Student vorgestellt, der jetzt neben mir wohnen würden und ich habe viel telefoniert und bin halt nicht richtig voran gekommen. Bevor ich schlafen gegangen bin, hatte ich dann alles, was ich fertig haben wollte, fertig.

Dienstag, 29. September 2009

Kuldīga Wochenende II

Mit einem Tag Verspätung melde ich mich wieder. Ich habe gestern nichts gemacht und nichts geschafft. Das Wetter passte perfekt in die Situation. Nun gut...
Am Samstag bin ich dann also in die Volleyballhalle gebracht worden und dort habe ich Davis und Jurģis getroffen. In dem Spiel spielten Klassenkameraden von Jurģis und wenn man parteiisch ist, macht fast jeder Sport Spaß anzuschauen. Danach sind wir zu dritt zur Kirche, wo meine Tasche noch stand. Die haben wir geholt, sind dann zu Davis nach Hause. Wir waren aber nur kurz da und dann sind wir einkaufen gegangen. Wir haben uns für das Eishockeyspiel eingedeckt. Dynamo Riga. Die spielen in der russischen Liga mit und viele lettische Nationalspieler spielen in dem Team. Das Team ist das einzige lettische Team in der Liga und deshalb stehen sehr viele Letten hinter dem Team. Das Spiel war aber nicht so spannend, wie mir erklärt wurde, lag es daran, dass beide Mannschaften sehr taktisch gespielt haben. Am Ende ging das Spiel knapp mit 1:2 verloren. Wir haben dann noch ein bisschen Bundesliga geguckt, mit englischem Kommentar, war ganz cool. Den restlichen Abend haben wir dann bei Jurģis verbracht, nichts Besonderes, aber es war schön.
Als Davis und ich dann zu ihm zurückgekommen waren, hatte die Mutter extra für uns Pfannkuchen gemacht. Das fand ich total lieb. Wir sind dann zu Davis ins Zimmer, wo auch sein Bruder war. Dort haben wir ein bisschen Playstation gespielt. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass sein 8-jähriger Bruder auch ein bisschen englisch versteht. Ich habe anfangs ganz einfach mit ihm geredet und langsam. Dann ist mir aber aufgefallen, dass er sehr gut Englisch spricht. Das hat mich echt umgehauen. Mit seinen 8 Jahren konnte er besser englisch sprechen als ich mit 16. Er meinte, das habe er alles aufgrund der Cartoons gelehrt. Das hat mich echt umgehauen. Am Abend habe ich noch sein Englischbuch gesehen, was weit unter seinem Niveau war, er meinte auch, dass er sich dort langweile. Naja, nach einer Diskussion mit Davis, wer in welchem Bett schläft (er wollte, dass ich in sein Bett gehe und er auf der Luftmatratze schläft = hab ich mich durchgesetzt und auf der Matratze geschlafen) sind wir dann auch schlafen gegangen.
Am nächsten Morgen, als die Mutter das sah, dass ich auf der Luftmatratze geschlafen hatte, war sie ein bisschen sauer auf Davis und ich habe probiert ihr klar zu machen, dass ich das wollte. Die Gastfreundschaft ist hier echt so groß. Die Luftmatratze ist aber mindestens genauso gut, wie mein Bett hier, wenn nicht noch besser gewesen.
Am Vormittag haben wir nichts Besonderes gemacht. Aber es muss ja nicht immer Aktion sein. Wir waren im Internet, haben Fernsehen geguckt und haben gespielt. Ich fand es schön. Nach dem Mittagessen, was wieder sehr, sehr lecker war, bin ich dann mit Davis und Jurģis in den Gottesdienst. Ich glaube, normalerweise gehen die beiden nicht, aber sie sind trotzdem mitgekommen, was mich sehr gefreut hat. Davis hat mir sogar ein bisschen von der Predigt übersetzt. Ansonsten habe ich im Gottesdienst doch ein paar Unterschiede zu dem in meiner Gemeinde in Liepāja festgestellt. Neben der Zeit(in Kuldīga waren es fast 2 Stunden) sind viele einzelne Dinge viel mehr herausgehoben worden und ich hatte das Gefühl, wir standen im Gottesdienst noch mehr.
Naja, wir sind dann wieder ans andere Ende der Stadt zu Davis nach Hause gegangen. Bei der Verabschiedung mit den Eltern meinte der Vater, ich solle doch bitte bald wieder kommen, denn die Mutter hat lange nicht so gut gekocht. Einerseits ist es ja sehr schön, dass mich alle so gastfreundlich willkommen heißen, aber ich habe auch immer wieder ein schlechtes Gefühl. Deswegen wollte ich auch auf der Luftmatratze schlafen. Ein bisschen weniger Gastfreundschaft wäre auch voll in Ordnung. Ich habe Davis auf jeden Fall auch eingeladen nach Liepāja zu kommen. Ich würde mich freuen, wenn ich hier ein bisschen Gastfreundschaft zurück geben könnte.
Mal schauen, ob er es annimmt. Zwischenzeitlich hieß es, dass er noch im Oktober kommt.
Die Rückfahrt war irgendwie anstrengend, vielleicht war ich doch müde, aber die ging gar nicht um und bei den Straßenverhältnissen wacht man auch immer wieder auf. Es sind nicht nur die Fahrradwege schlecht ausgebaut. Aber gut.
Gestern am Montag habe ich, wenn ich mich so erinnere wirklich kaum was gemacht. Ich weiß echt nicht, wo die Zeit geblieben ist. Naja. Ich war wieder in der Kinderbücherei, um vielleicht irgendwann wirklich mal lettisch sprechen zu können. Mein Deutschunterricht fand wieder statt. Diesmal waren viele alte Frauen, nicht da, als ich die heute gefragt habe, warum, meinten sie, das lag am Wetter. Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt. Den ersten Block, wir stellen uns vor, möchte ich nächste Woche abschließen. Was danach kommt, dürfen sie sich bis zur nächsten Stunde überlegen.
Am Abend hatte ich noch Besuch von Lelde, wo wir uns über die am Freitag startende Jugendgruppe unterhalten haben. Aber nicht nur, wir haben uns auch ausgetauscht, was wir so am Wochenende gemacht haben. Lelde ist hier schon eine richtig gute Freundin geworden.
So wenig, wie gestern passiert ist, ist heute schon wieder ganz viel passiert. Den Bericht reiche ich dann wieder nach. Am Donnerstag ist mein Umzug und dann habe ich auch wieder mehr Zeit.