Mittwoch, 4. November 2009

Die Tanzstunde

Am Montag kamen wieder neue Menschen zum Deutschunterricht. Die Gruppe ist von der Liste her sehr groß. Viele kommen aber nur alle 3 Wochen oder mal alle 2 Wochen. Das ist aber relativ angenehm, weil es selten zu viele sind. Da ich das ja mehr oder weniger alles zum Spaß mache und keinen Leistungsdruck habe, ist das kein Problem. Wiederholen ist immer wichtig. Im Anschluss habe ich wie gesagt ein bisschen lettisch gelernt. Aber mir wurde klar. Das ist auch wieder nur eine kleine Unterstützung. Den Großteil muss ich alleine lernen. Aber ich nehme jede Hilfe an.
Am Montagabend habe ich über das lettische Freundeportal "draugiem"(sowas wie facebook, MeinVZ etc.) eine Einladung von einer Frau aus der Behindertengruppe bekommen am Dienstag, denen doch beim Tanzen zuzugucken. Eigentlich war zu der Zeit die Handarbeitsgruppe, aber ich fand es schön, dass ich eingeladen wurde, deshalb bin ich da hin. Natürlich war vorher die Andacht und das Frühstück, aber nichts Erwähnenswertes. Als ich in dem großen Saal ankam, wo das Training stattfindet, wurde ich auch freundlich begrüßt und ich habe mich hingesetzt. Alle Rollstuhlfahrer machten sich bereit und auf einmal kam der Tanzlehrer, ich soll doch mittanzen. Ich konnte mir da nichts so richtig vorstellen und wollte das auch ausprobieren. Jetzt war ich mittendrin und wir haben richtiges Paartanzen gemacht. Hier machen das Profis. Auf dem Niveau bin ich noch nicht ganz. Hatte ja erst eine Stunde. Aber das ist echt was ganz anderes. Du musst dich sooo auf die Partnerin einstellen, aber es war toll. Ich war richtig begeistert. Die trainieren jetzt 2-mal die Woche und dann sind wir bis Weihnachten bühnenreif. Ich denke, da bleibe ich dran.
Am Dienstagabend bin ich bei Lelde zum Essen eingeladen worden. Das war schön bis auf die Fahrradfahrt denn seit Dienstag ist es hier richtig kalt. Die ersten Minusgrade. Frost - Kalt. Aber ich hab gerade gehört in Deutschland schneit es auch, also geht es euch nicht viel anders. Heute am Mittwoch fing ich ruhiger an. Auf der Arbeit musste ich heute nur kopieren. Aber auch das mache ich gerne, es kommt immer irgendjemand vorbei und erzählt noch wieder was. Weihnachtsmärkte sind typisch deutsch!? Aber selbst wenn es nicht stimmt, hier in Lettland gibt es die wohl nicht. Das wusste ich zwar nicht, aber das wäre typisch. Als Deutscher, finde ich, nimmt man alles wie selbstverständlich hin, dabei gibt es so viele besondere Sachen. Naja, wie auch immer, nach der Arbeit war ich einkaufen, denn Nauris der kleine Bruder von Lelde wollte mich besuchen. Er wohnt zwar weit von mir entfernt ca. 4 Km, aber seine Schule ist direkt bei mir um die Ecke. Die läuft er jeden Tag zu Fuß. Kein Bus, kein Fahrrad. Ich bin dann mit ihm zusammen zur Bibelstunde gegangen, er dann weiter nach Hause. Bei der Bibelstunde habe ich heute gar nichts verstanden, aber gut. war ein schöner Tag.

Montag, 2. November 2009

Der "Ball" in Kuldīga

Am Samstag ging es dann also nach Kuldīga. ich war sehr spät dran. Hat sich alles in die Länge gezogen. Ich musste noch etwas einkaufen. Aber ich habe den Bus noch gekriegt. Auf der Fahrt habe ich endlich mal wieder die tolle Natur hier genießen können. Ich scheite gerade den Sonnenstand zu beschreiben. Die stand ein bisschen hinter dem Bus. Sie hat also nicht geblendet und die Bäume, die es hier viele gibt angestrahlt. Okay.. das kann ich jetzt nicht besser beschreiben, aber ich war auch gerade aufgrund der Blätterfarbe sehr begeistert. Aber gut...
Am Bus wurde ich schon freundlich von Jurgis und 2 anderen Chormitgliedern empfangen. Wir sind dann zum Auftritt geeilt, weil wir nur 15 Minuten Zeit hatten. Ich habe kurz Afons gesehen und habe mich dann in den Saal gesetzt. da war Aiga, das heißt auch da war ich nicht alleine, was ich bei solchen Konzerten gar nicht mag. Ich muss aber dazu sagen, das war kein richtiges Konzert. Es waren 5 Chöre da, die alle zwischen 16 und 22 waren und es waren vielleicht 30 Zuschauer da. Das war eher für die Chöre, die teilweise auch zusammen gesungen haben. Die letzten waren dann die Gastgeber. Sie sind nur 13, aber das hat mich super überzeugt. Nach dem Auftritt wurden die Stühle weggeräumt und alle haben sich umgezogen. Dann begann der Ball. Jeder Chor hat etwas vorbereitet. der Kuldīga Chor hat sooo toll getanzt. Die Frauen hatten Müllsäcke als Röcke. Das sah so geil aus. Afons als deren Anführer. Ich war echt begeistert. Naja, nachdem jeder etwas vorgeführt hat, wurde getanzt. Ball trifft es nicht ganz. Eher Disco, aber es wurde viel nur zu zweit getanzt. Aber das war richtig toll. Die Letten tanzen viel mehr. Von Anfang an war so gute Stimmung. Natürlich war viel Alkohol im Spiel. Es war ca. jeder besoffen. Dann natürlich nicht mit Bier, sondern nur mit Wodka und ähnlichen hochprozentigen. Aber ich hatte viel Spaß. Selbst als die ersten Chöre weg waren, war immer noch super Stimmung. wir haben, glaube ich, 6 Stunden durchgetanzt.
Dann ging es zu Jurgis nach Hause. Wir haben noch ein paar nach Hause gebracht.
Am nächsten Tag ging es gleich mit dem ersten Bus zurück nach Liepāja. pünktlich um 12 Uhr war ich für die Sonntagsschule wieder da. Bei der Sonntagsschul waren anfangs nur 3 Kinder in der kleinen Gruppe da. Naja, am Ende waren es 6. Die kleinen haben zu lange gebastelt, deswegen habe ich mit denen nicht gespielt. Aber war schön. Basteln hat denen auch sehr Spaß gemacht. Im Anschluss wurde Geburtstag von einer Sonntagslehrerin gefeiert. Dann war Gottesdienst. Der Probst war zu Besuch. Deswegen gab es im Anschluss auch Kaffee und Tee. Um kurz vor 18 h ging es dann endlich nach Hause, das war schon ein langer Tag, gerade auch durch die endlos erscheinende Busfahrt. Aber wer feiern kann, der kann auch arbeiten. Nach Hause bin ich nicht alleine gegangen. Carina, die in der Kirche alles macht und ihr Mann wollten sich meine Wohnung mal angucken. War nun ein bisschen blöd, weil ich ja über einen Tag nicht mehr da war. Sie wollten gucken, ob es hier warm ist und ich mit Feuer umgehen kann. Eigentlich sinnvoll, aber mittlerweile wohne ich hier schon ein Monat. Aber um deren Gewissen zu beruhigen, habe ich ein Feuer gemacht und dann sind sie relativ schnell wieder los. Harter Tag, aber ich würde das nochmal genauso machen.
Heute ist ja wieder ruhig. Meine Beine tun mir vom Tanzen immer noch weh. Gleich Deutschunterricht und dann werde ich auch eine Stunde Lettischunterricht bekommen. Ich hab mir vorgenommen da etwas mit meiner Sprache zu ändern. ich probiere heute mal mit Carina. Mal sehen wie das funktioniert. Ich denke mir so, wenn ich dieses Jahr die Sprache nicht lerne, dann nie.

Samstag, 31. Oktober 2009

ein völlig verrückter Donnerstag

Ich weiß gar nicht, ob ich es geschrieben habe, aber am Dienstag und am Mittwochnachmittag ging’s mir nicht so gut. Ich kann nicht richtig sagen, wieso, aber irgendetwas fehlte zum glücklich sein. Ich bin Mittwochabend noch bei der Studentenbibelstunde gewesen, aber das tat auch nicht so richtig gut. Danach habe ich noch jemanden im Kojas(meine alte Unterkunft) besucht, bin dann aber relativ schnell nach Hause und ins Bettchen.
Am Donnerstag stand wieder die Rollstuhlfahrergruppe auf dem Plan. Ich hatte keine Lust. Muss ich ja ehrlich zugeben. Aber es kam alles anders. Ich war zunächst um 9 h da und habe ne halbe Stunde auf nix gewartet. Ich hatte echt nichts zu tun. Aber ich musste ja unbedingt um 9 h da sein. Um 9.30 kamen dann die ersten Rollstuhlfahrer, aber es hat sich nichts geändert. Ich habe irgendwann angefangen Fotos zu zeigen. Der eigentliche Start der Gruppe war dann um 10. Da kam auch der Pastor um eine kleine Andacht zu halten. Die Stimmung dabei war schrecklich. Der Pastor hat auch nicht übersetzt, weil er sich sehr konzentrieren musste. Da war ein Mann zum ersten Mal da. Er hat nie mit irgendwem den Blick gesucht. Bei der Andacht hat er dann, so wie ich das mitbekommen habe, alles nieder gemacht. Ich dachte mir schon, das wird schwer heute wieder mit denen etwas zu spielen. Naja, aber es wurde besser. Der Mann saß dann irgendwann nur noch da und meinte: "ich will nach Hause." Eigentlich schade, aber er hat gar nicht probiert Kontakt aufzunehmen. Nach dem Essen war dann eine Frau da und die hat Kurzgeschichten vorgelesen. Da war dann wieder eine harmonische Stimmung. Da habe ich erfahren, dass selbst in der Gruppe einige gar kein lettisch sprechen. Ich dachte wieder die Spiele werden wieder nichts, aber diesmal haben sie die viel besser angenommen. Sie wollten spielen. Deshalb hat das gut geklappt. Das war richtig schön. Vor allem das 2. Spiel, wo sie improvisieren sollten, ist super angekommen. Auf der Basis werde ich die nächsten Male auch weiter machen. Direkt nach den Spielen bekam der Tag eine ganz neue Wendung. Ich bekam einen Anruf von Jurgis. Er und Davis haben ja zurzeit Ferien und sind heute Morgen nach Liepāja gefahren und wollten nun mit mir bowlen gehen. Sie sind getrampt und haben nur 45 Minuten gebraucht. Der Bus fährt gewöhnlicher Weise fast 2 Stunden. Sie haben sich dann alleine beschäftigt bis ich von der Rollstuhlfahrergruppe wegkonnte. Danach haben wir uns getroffen und sind zum Bowling gegangen. Beim Bowling war aber alles voll. Sie hatten ja nicht vorbestellt. Es gibt zurzeit wieder Coupons, die in der Schule verteilt wurden, dass man frei Bowlen kann. Man muss nur die Schuhe bezahlen. Naja, wir sind dann zu mir nach Hause. Ich habe ein bisschen Essen gemacht. Das hatte ich schon vorbereitet, weil ich dachte, dass ich nur ganz wenig Zeit habe, weil ich 2 Stunden nach der Rollstuhlfahrergruppe mit den Sonntagsschulschülern beim Bowlen verabredet war. Naja, nach dem Essen haben sie sich dann auch wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Sie wollten wieder trampen und das muss man im Hellen machen, sonst hält keiner an. Okay, ich bin dann zum Bowlen mit der anderen Gruppe. War schön. Wir hatten alle viel Spaß. Danach sind die dann auch mit zu mir nach Hause, weil sie noch nicht hier waren. Als wir dann gerade wieder zuhause waren, riefen Jurgis und Davis wieder an. "Kannst du mal im Internet gucken, wann der letzte Bus fährt." Sie hatten nämlich immer noch kein Auto bekommen und wollten nun mit dem letzten Bus nach Hause fahren. Der sollte auch in 20 Minuten fahren und ich war glücklich, dass noch einer fährt. Lelde meinte aber, dass die Busse an kleinen Haltestellen gerne mal vorbei fahren. Das habe ich aber nicht ernst genommen. Ich bin dann weiter zu einem Film Abend, wo ich eingeladen war. Bei mir waren aber immer noch 4 aus der Sonntagsschule und aus Höflichkeit habe ich sie gefragt, ob sie mitkommen wollten. Deutsche würden jetzt nein sagen... Die Letten sind also mitgekommen. Ich hatte dann die Veranstalterin gefragt, denn das war ein öffentlicher Abend. Sie hatte kein Problem, aber ich fühlte mich nicht richtig wohl. Aber es schienen alle zufrieden. Dann bekam ich einen Anruf. " Benni, der Bus ist gerade an uns vorbei gefahren. Ich habe sie natürlich sofort zu mir nach Hause eingeladen Immerhin waren sie noch knapp 85 km von ihren Haus entfernt. Naja, ich habe dann noch 1 1/2 Filme geguckt, weil sie ja noch am Ausgang der Stadt waren. Hier zu Hause habe ich dann noch etwas zu essen improvisiert, weil ich ja meist nur für eine Person einkauf... Hat aber alles geklappt und wir hatten viel Spaß an dem Abend. Ich meinte zu denen, wenn sie am Mittwochabend gefragt hätten, ob ich am nächsten Tag ein bisschen Zeit für die hätte, hätte ich wohl "Nein" gesagt. Aber so war es noch besser.
Am Freitagmorgen haben wir dann auch noch ein Frühstück zusammen gekriegt... Ich bin dann kurz in die Gemeinde, habe mit dem Pastor gesprochen und bin wieder nach Hause. Die beiden haben sich mit youtube-videos unterhalten und für mich abgewaschen. ^^ Natürlich haben sie das dann freiwillig gemacht. Wir sind dann um 12 zusammen nochmal zum Bowling gegangen. Die Bahn macht um 12 auf und wir haben tatsächlich eine Bahn bekommen. Ein schöner Abschluss. Die beiden haben dann beschlossen zurück mit dem Bus zu fahren. Alles ist aus einer spontanen Idee entstanden und das fand ich total toll. Naja, nachdem die weg waren, bin ich zu Lelde gefahren. Sie hatte mich das erste Mal zu ihr nach Hause eingeladen. Sie schämt sich ein wenig für ihre Wohnung, aber das war da auch total schön. zwar klein, aber es ist ja alles da. Wir wollten gemeinsam die Jugendgruppe planen. Wieder spontan bekam ich die Idee, bald ist der Reformationstag und der Pastor meinte, er hat den Lutherfilm, den wollten wir dann gucken. Der Pastor wollte den auch zur Gemeinde bringen. Einziges Problem, er hat ihn nur auf Deutsch. Für mich war das ja kein Problem, aber der Großteil versteht deutsch leider nicht. Ich habe dann überlegt, so viel wie möglich zu übersetzen und ein Film kann man manchmal auch ohne Ton folgen. Naja, wir haben uns dann noch ein bisschen im Internet über den Film und die Geschichte informiert. Auf dem Weg zur Gemeinde ruft der Pastor wieder an, er findet den Film nicht. Wir waren ein bisschen ratlos. Ohne den Film, wir hatten ja nichts anderes vorbereitet. Wir hatten den Film bei YouTube gefunden, aber wir haben in der Kirche Internet nur in einem ganz kleinen Raum. Nach langen hin und her habe ich die Idee gehabt, wir verlegen die Jugendgruppe einfach zu mir nach Hause. Da ist relativ groß, da ist Internet, das machen wir. Wir haben uns dann kurz in der Gemeinde getroffen und sind dann zu mir nach Hause gegangen. Das Gute war ja nun, dass der Film auf Englisch war. Leider ist er schwer zu verstehen und wir haben regelmäßig drüber gesprochen, wer was verstanden hat. Das war aber auch gut, so haben wir gleich drüber geredet. So hat das sogar etwas Lehrreiches. Wir haben erst mal nur die Hälfte geguckt, war aber geplant. Davor haben wir geredet und danach noch ein Spiel, was wieder ein Kind vorbereitet hatte. Das ist richtig toll. 2 ereignisreiche Tage. Das tat richtig gut.
und jetzt... jetzt habe ich noch ca. 1 Stunde, um ein bisschen zu essen und dann geht’s nach Kuldīga. Jurgis Chor hat ein Auftritt. Da wurde ich schon vor 2 Wochen eingeladen. Anfangs hieß es, danach ist ein Ball. Aber daran glaube ich zurzeit nicht mehr. Aber wir werden sehen. Morgen am Sonntag bin ich dann pünktlich zur Sonntagsschule wieder da. Danach ist auch wieder viel geplant, aber das kommt dann wahrscheinlich erst Montag hierhin.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Die Sowjetparty

Wahrscheinlich kommt man sich jetzt wirklich von den ganzen Posts heute erschlagen vor. Aber zum Glück ist das Lesen ja keine Pflicht, sondern ein Angebot. Wer alles chronologisch lesen möchte, fängt bitte bei "Ich lebe noch" an. Den Donnerstag und Freitag baue ich auch chronologisch hierein. Wer interessiert ist, einfach mal zwischendurch runter scrollen, ob die Berichte da sind.
So.. Ach ja noch etwas Organisatorisches. Ich habe Bilder von der Woche hochgeladen und die werde ich ziemlich bald hier in die Diashow einbauen.
Labi. Jetzt fange ich an mit dem Sonntag. Am Sonntag war der Abreisetag meines Besuchs. Das Schiff ist um 5 Uhr abgelegt und man soll 3 Stunden vorher da sein. Leider war diesen Sonntag die Zeitumstellung. Normalerweise kann man sich über eine Stunde mehr Schlaf freuen, worüber ich mich gerade nach der Party am Freitagabend doch sehr gefreut hätte. Stattdessen wussten wir aber noch eine Stunde länger auf die Abfahrt des Schiffes warten. Der Termin der Zeitumstellung war also äußerst ungünstig gewählt. Aber gut. Hier stellt man die Zeit übrigens von 4 auf 3 zurück und nicht von 3 auf 2. Fand ich ganz lustig. Um 3 Uhr haben meine Eltern, meine Schwester und meine Oma meine Wohnung verlassen und ich habe mich schlafen gelegt. Am Sonntag war ja wieder die Sonntagsschule. Dort habe ich wieder bei den kleinen mitgemacht und ich fand das wieder toll. Das Niveau ist hier sehr hoch. Zumindest so wie ich das verstehe, aber die Kinder kennen es ja nicht anders und machen gut mit und wollen auch etwas lernen. In der Gruppe werde ich noch viel Spaß haben. Am Ende der Gruppe habe ich wieder ein Spiel gespielt. Die kleinen Mädchen, wo die Mütter noch dabei sind, schämen sich immer zu spielen, aber die anderen haben gut mitgemacht und hatten auch Spaß. Danach bin ich in die große Gruppe und wir haben auch gespielt. Das ist meist ein Selbstgänger. Die Spiele kommen überwiegend gut an.
Nach der Sonntagsschule hatte ich ein bisschen mehr als eine Stunde Zeit. Ich bin nach Hause gefahren und wollte mich eigentlich hinlegen, habe mich dann aber doch dafür entschieden, etwas zum Essen zu machen. Um 15 Uhr war ich dann im Gottesdienst. Ich habe mich danach umgezogen, denn es ging auf die Mottoparty, wo ich mich anziehen sollte, wie in der Sowjetzeit. Da habe ich ja schon am Samstag eine Lederjacke bekommen und sollte dazu meine Trainingshose kriegen. Außerdem habe ich von einer Dame aus der Kirche noch Orden bekommen, weil die in der Zeit doch sehr wichtig gewesen zu sein scheinen. Zuhause hatte ich noch eine leere Wodkaflasche von meiner Vormieterin gefunden und die natürlich auch mitgenommen. Bilder folgen noch, habe ich aber gemacht.
Beim Treffen wurde dann auch russisch gegessen. Zum Beispiel haben sie Fisch in Zeitungspapier eingewickelt und das dann in den Ofen gepackt. Sieht echt gewöhungsbedürftig aus, aber ich habe das auch probiert und es war gar nicht so schlimm, wie es aussah. Wir hatten viel Spaß an dem Abend und ich musste alles probieren. Eigentlich sollte der Abend eine Vorbereitung sein, aber davon habe ich gar nichts mitbekommen. Ich war aber auch nicht motiviert noch großartig nachzufragen. Abends war ich froh wieder zuhause gewesen zu sein.
Am Montag hatte ich wieder ein bisschen Zeit für mich. Das war auch gut so. Die Woche war sehr anstrengend. Ich habe gekocht und gegessen und mich um die über 800 Bilder nur aus dieser Woche gekümmert. Abends war Deutschunterricht. Als ich da ankam war ich geschockt um den Eingang, den ich für mein Fahrrad benutze saßen ca. 15 Jugendliche. Ich wusste nicht so richtig wie ich mit denen umgehen sollte. Das war das erste Mal, dass ich die da sitzen gesehen habe. Sie haben wir aber sofort Platz gemacht und von daher war das nicht so schlimm. Ich bin einfach rein. Später hieß es, solange die nichts kaputt machen und randalieren ist es okay wenn die da sitzen. Im Nachhinein kann ich das auch nachvollziehen. ich war nur im ersten Moment geschockt. Okay zurück zum Deutschunterricht. Diese Woche habe ich mit den "Schülern" "So ein schöner Tag" von "Tim Toupet" durchgesprochen. Okay. Das ist nun nicht unbedingt deutsche Liedkultur, aber der Text ist einfach und das Lied kam sehr gut an. Diese Woche war aber nicht so viel los. Vielleicht, weil diese Woche Ferien hier in Lettland sind. Aber nur eine Woche..
Weil Ferien sind, waren diese Woche auch 4 Jugendliche bei der Andacht, die jeden Dienstagmorgen ist. Im Anschluss haben wir wieder kurz gefrühstückt. Ich habe erfahren, dass Donnerstag wieder die Rollstuhlfahrergruppe kommt und ich mir doch bitte wieder Spiele überlegen soll. Das ist echt schwer. Wer da doch Anregungen und Ideen hat, bin ich immer für offen. Mittlerweile habe ich etwas für morgen, aber die treffen sich jeden Monat. Ich hatte das wöchentliche Gespräch mit dem Pastor, weil Freitag ja meine Eltern dabei waren. Außerdem war die Handarbeitsgruppe. Diese Woche war aber wieder das gemeinsame Essen an der Reihe. Es war sehr lecker. Die Frau, die meinen Schal immer mitbringt, hat den fertig gemacht. Sie war ja letzte Woche krank und hatte viel Zeit. Einerseits natürlich schön, dass er fertig ist, aber andererseits habe ich ja nur einen kleinen Teil daran mitgeholfen, aber man kann nicht sehen, wo mein Anfang ist. Ich habe also gute Arbeit geleistet.
Danach bin ich nach Hause. Ich musste noch etwas mit der Post klären, weil meine Vormieterin ein Paket kriegt, was ich aber nicht bekommen habe, weil ich ja nicht sie bin. Alles sehr kompliziert und anstrengend zu regeln, wenn man nur Brocken lettisch kann und die Postangestellte nur wenig englisch versteht, aber ich habe auch das geregelt gekriegt. Zuhause war ich irgendwie down. Ich hatte zu nichts so richtig Lust und deshalb ist auch der Bericht nicht weiter gekommen. Heute sieht es aber schon wieder anders aus. Mein kleines Tief ist überwunden. Am gestrigen Abend war noch Sonntagsschulvorbereitung. Das ist immer einmal im Monat und ich war geschockt, dass schon wieder so viel Zeit um ist. Eigentlich war das Treffen schön. wir haben viel geschafft, hatten aber auch Spaß. Irgendwann sind wir dann aber in eine Diskussion geraten. Das war nicht so schön. Natürlich war das auch interessant, aber es prallten da 2 Meinungen aufeinander, die wir nicht so richtig schlichten konnten. Das Treffen hat fast 2 1/2 Stunden gedauert.
Heute habe ich hier auf der Arbeit nicht so viel zutun. Ich habe hier einen Stapel Zettel, die ich nebenbei kopiere. Morgen mit den Behinderten wird wieder mehr los sein. Danach geht’s zum Bowlen mit den großen Sonntagsschülern. Abends bin ich auf einen Film und Spieleabend eingeladen. Da bin ich auch mal gespannt.
So weit so gut.

Der letzte Tag

24.10.09

Morgens sind wir zur Wohnung von Benjamin gegangen. Ich - die Oma - habe das teilweise renovierte Bad gesäubert und eingeräumt. Benjamin hat seine Freunde von der Jugendbegegnung (Sommer 2009) zum Bus gebracht, denn die kamen aus Kuldīga. Diese freuten sich, auch Annabelle wieder zu sehen. Nach einem kleinen Imbiss sind wir mit dem Auto auf Besichtigungstour gefahren. Als erstes haben wir die Brücke besichtigt, wo Benjamin am 29.08.09 war (Bericht im Blog).
Nun ging es weiter nach Karosta, da war eine schöne Orthodoxe Kathedrale zu sehen. Weiter zeigte Benjamin uns das alte Militärgefängnis, in dem man Urlaub hinter Gittern machen kann. Bei vielen Gebäuden konnte man nur die Schönheit von früher erahnen. Ich fand diesen Ort ein bisschen bedrückend. Dann sind wir zur Mole gefahren. Auf beiden Seiten waren große Betonblöcke als Küstenschutz. Die Befestigungsanlage besteht aus riesigen Ruinen und Unterständen an einem langen Küstenstreifen. (gut bei den Bildern zu sehen)Nun ging es langsam zurück nach Liepāja zum Abendessen und zur Vorbereitung unserer Heimreise.
Ich freue mich, dass es meinen Enkel in Lettland gut geht, und dass er sich in dem fremden Land wohlfühlt.

Dieses waren meine Eindrücke
Deine Oma Marga aus Lübeck

Der 2. Tag

Nach einer erholsamen Nacht und einem leckeren Frühstück sind wir wieder in die Wohnung gefahren.
Das Badezimmer musste gestrichen werden. Natürlich hatten wir für Benjamin grüne Farbe gekauft. In der Zeit, wo die Farbe trocknete, waren wir essen und wir haben uns auf den Weg zum Strand gemacht. Der ist ganz in der Nähe von der Wohnung. Am Strand haben wir Bernstein gesammelt und sogar welche gefunden(siehe Bilder).

Was mir auch sehr gefallen hat, ist, dass es dort so viele Katzen zu sehen gab. Die Katzen leben hier wild und werden immer von irgendwelchen Leuten gefüttert. Am späten Nachmittag wurde Benjamin und Annabelle von Liene besucht. Sie begrüßte uns mit einem netten "Guten Tag" und wir sind dann ins Hotel gefahren. Am Abend haben wir noch die Bernsteinuhr aufgesucht, von der wir in der Touristenbroschüre gelesen hatten.

Es war eine tolle und aufregende Woche.

Viele Grüße deine Mama!

Wer eine Reise tut der kann was erzählen

Ankunft in Lettland

Zum Glück war die Fähre auf der Hinfahrt nicht voll. Man kann sogar sagen sie war leer. Es waren ca. 30 Fahrzeuge auf der Fähre. Dadurch kamen wir gleich runter von der Fähre. Die ersten Meter im fremden Land sind immer aufregend. Erst die Suche nach dem Ausgang und dann kamen die Letten ins Spiel, Polizei und Zoll, da war ich ordentlich bedient. Aber staune, wir wurden durch gewunken, und so kam dann gleich der Ausgang.

Am Ausgang wurden wir erwartet. Die Begrüßung war sehr herzlich. Unser Fremdenführer stieg zu uns ins Auto und wir fuhren los. Während die Straßen einen nicht so guten Eindruck machten, war ich vom Bahnübergang doch überrascht! Der Bahnübergang war technisch einwandfrei und auch in einem eher sehr guten Zustand. Später stellte sich heraus, dass auch die Ampeln alle in einem sehr guten Zustand waren.

Wir fuhren auf direktem Wege zur Wohnung, die wir durch die Bilder sofort erkannten. Von innen war die Wohnung dann doch etwas anders als auf den Bildern zu erkennen war. Manches Detail war auf den Fotos nicht zu sehen. Aber Benjamin ist zufrieden und wegen des Bades sind wir ja hingefahren, um es zu renovieren. Der Ofen ist bombastisch, das kommt auf den Fotos nicht so rüber.

Nach einer kurzen Besprechung sind wir dann ins Hotel gefahren. Es war ja Ortszeit 1:00 Uhr in der früh. Das Hotel war gut, es entsprach westlichen Standard.

Nach dem ausgedehnten Frühstück im Hotel sind wir wieder in die Wohnung gefahren. Dort wurde ausgiebig Kriegsrat gehalten, wie wir nun vorgehen. Dabei haben wir auch die Sachen ermittelt, die wir noch in Liepāja besorgen mussten. Darüber wurde es Mittag. Beim Mittagessen hat man nun ganz deutlich gemerkt, das wir in einem anderen (neuen) Land waren. Die Speisen waren doch etwas anders. Aber es hat alles gut geschmeckt. Das allerbeste aber war der Preis. Das Essen ist doch sehr günstig.

Bei dem anschließenden Einkaufsbummel hatte ich nicht den Eindruck in einem armen Land zu sein. Die Läden waren alle voll Ware, teilweise die gleiche Ware wie bei uns. Nur an den Fleisch- und Käse- und Kuchentresen gab es Unterschiede im Aufbau, aber alle Tresen waren voll. Auch der Baumarkt, den wir aufsuchen mussten, war voller Ware.

An die Straßenverhältnisse habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Die wichtigen Straßen und Kreuzungen waren breit und sehr übersichtlich. Es war kein Problem in Lettland Auto zu fahren. Im Ganzen war der erste Tag sehr aufregend, durch die vielen neuen Eindrücke. Abends sind wir rechtzeitig ins Bett, damit wir von dem nächsten Tag auch viel hatten.

Tag 1 in Liepāja

D.R.

Ich lebe noch

Hey... ich komme zurzeit nicht so richtig dazu weiterzuschreiben, aber ich bin guter Dinge, dass sich das demnächst wieder ändert.
Mein Besuch ist wieder zuhause angekommen und es war sehr schön, aber auch anstrengend. Wir haben viel gemacht. Ich habe allen angeboten, auch etwas über ihren Besuch zu schreiben. Vielleicht kommt ja ein kleiner Bericht. Ich glaube, das kann ganz interessant sein, wenn man den Lettlandaufenthalt auch mal aus einer anderen Sicht hören kann. Wir haben die 4 Tage, die sie hier waren, aufgeteilt und die ersten Berichte sind schon da.
Aber gut, ich fange die Woche nochmal am Montag vor dem Besuch an. Da war im Deutschunterricht eine komische Stimmung. Ich kann nicht sagen wieso. Wir haben Kleidung durchgenommen. Alle sind auch gut mitgekommen bis auf eine. Die hing immer ein Wort hinterher. Auch, wenn ich mir extra für sie Zeit genommen hab, hat sie das nächste Wort wieder verpasst. Als ich dann auch noch das Wort Unterhose an die Tafel geschrieben hab, fingen alle an zu lachen. Mh.. War ein bisschen schwer damit umzugehen. Aber gut. Ansonsten war Montag eher ruhiger. Die Ruhe vor dem Sturm.
Der Dienstag begann um 9 Uhr mit der Andacht. Einer der Frauen hatte ihren 80. Geburtstag. Aber dazu später mehr. Das Thema der Andacht war, dass man nicht klauen und stehlen soll. Ich will jetzt gar nicht sagen, dass ich nie etwas geklaut oder gestohlen habe, aber ich kann mich nicht richtig daran erinnern. Die anderen aber haben alle aus der Sowjetzeit erzählt. Dort wurde alles und immer geklaut. Nach dem Motto. "Alles ist unser." Das ist für die, wie sie meinten, schwer das komplett umzuändern. Das ist teilweise echt schlimm. Regelmäßig werden so Sachen wie Kerzenständer aus dem Wartezimmer des Arztes bei uns in der Gemeinde geklaut. Auch sonst erzählt immer wieder irgendjemand, dass er wieder beklaut wurde. Meist sind das ganz kleine Dinge, die fast wertlos sind, aber das schockiert doch. Naja, wahrscheinlich übertreibe ich gerade wieder ein wenig, aber in Deutschland wurde ich mit dem Klauen nicht so richtig konfrontiert. Nach der Andacht gibt es meist ein 2. Frühstück. Kleinigkeiten werden gegessen und es gibt Tee. Im Anschluss daran habe ich so eine Art Dankesschreiben, an viele Bauern und Menschen, die beim Apfelfest geholfen haben, gedruckt und kopiert. Ansonsten sind es immer Kleinigkeiten, die ich mache. Zum Beispiel habe ich mir eine Jacke in der Kleiderkammer für die Mottoparty am Sonntag ausgesucht. Um 12 h war wieder die Handarbeitsgruppe. Leider war die Frau, die meinen Schal immer mitbringt krank und ich habe wieder etwas Neues angefangen. Einen Untersetzter. Im Grunde ist es aber immer das Gleiche. Nach der Handarbeitsgruppe, bin ich dann in die Stadt und habe ein paar Blumen für die Frau zum Geburtstag gekauft, weil sie mich zu ihrer kleinen Feier eingeladen hat. Dass ich die Blumen geholt habe, war eine richtig gute Entscheidung, denn wir sind alle in einer Reihe reingegangen und jeder hatte ein paar Blumen mit und hat etwas Liebes gesagt. Eine Frau hatte sogar ein Gedicht vorbereitet. Da konnte ich mich nahtlos in die Reihe der Letten eingliedern. Nachdem jeder einmal gratuliert hat, haben wir uns hingesetzt und ein deutsches und ein lettisches Geburtstagslied gesungen und dann haben wir gegessen. Sehr ausgiebig und dann gab’s noch Torte. Nach dem Essen fingen dann alle an zu singen. Das war richtig schön. Die Menschen sahen sehr glücklich aus. Singen ist doch etwas, was alle können auch wenn die Krise und alles um sie herum noch so schlimm aussieht. Im gemeinschaftlichen Singen stärken sie sich gegenseitig. Das war schön. Ich habe auch mit einer Frau getanzt. Das war eine richtig gute Stimmung und alle waren glücklich.
Am Nachmittag habe ich mich kurz hingelegt und dann noch ein wenig aufgeräumt. Der Schock des Besuchs sollte nicht zu groß sein. Man gewöhnt sich irgendwann an die Umstände hier. Ich war aber schon irgendwie aufgeregt. Ich wurde dann um halb 12 vom Pastor abgeholt. Er hat mich die 4 km zum Fähranleger gefahren. Das war sehr lieb. Dort habe ich dann am Eingang gewartet. Das Schiff war schon da, aber die Luke war noch nicht auf. Das habe ich mir dann angeschaut und gewartet.
Hier im Anschluss passt jetzt gut der erste Bericht von meinem Vater.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Der erste Besuch

Hey...

Hier melde ich mich kurz, ich möchte nur sagen, warum ich zurzeit nicht zum Schreiben komme. Gestern Nacht um 24.00 ist das Schiff mit meinem ersten Besuch angekommen. Meine kleine Schwester, mein Vater, meine Mutter und sogar meine Oma sind nun hier. Heute Nacht haben wir nur kurz die Taschen abgeladen und sind dann sofort weiter zum Hotel gefahren, wo meine Eltern und meine Oma schläft. Meine Schwester ist hier in meinem Zimmer. Wir machen viel zusammen, und da ich heute Nacht nicht so viel geschlafen habe, bin ich jetzt, wo ich mit meiner Schwetser wieder alleine bin sehr müde und muss noch ein bisschen aufräumen. Ich schreibe sobald ich ein bisschen mehr Zeit habe wieder ausführlicher.

Danke fürs Verständnis

Sonntag, 18. Oktober 2009

Mein Wochenende

Am Freitage habe ich mich morgens mit dem Pastor getroffen. Wir haben zwar die Woche besprochen, aber diese Woche war insgesamt nicht so viel los, deshalb ging das Gespräch auch relativ schnell um. Danach haben wir dann meine kommende Woche geplant. Nächste Woche, um genau zu sein Dienstagnacht kommen meine Schwester, meine Eltern und sogar meine Oma mich besuchen. Deshalb ging auch die Wochenplanung schnell um, ich brauche diese Woche nicht so viel arbeiten. Das liegt daran, dass ich Mittwoch und Donnerstag und Samstag sowieso ruhigere Tage sind. Nur Freitag muss ich "arbeiten". Dadurch, dass ich ja am Montag und Dienstag alleine bin, kann ich da alles nötige vorbereiten und Sonntag, wo ich dann wieder in der Sonntagsschule helfen muss, habe ich ja auch wieder Zeit, weil sie am Sonntag schon wieder los fahren. Passt alles sehr gut und ich freue mich natürlich.
Nach dem Gespräch mit dem Pastor bin ich mit ihm zu einer Eröffnung gefahren. Das ist ein Hilfszentrum gewesen. Also, schwer zu beschreiben. Aber hier sollen Menschen hinkommen können und kriege Hilfe. Wobei die eigentliche Idee dahinter ist, dass die Menschen sich untereinander selbst helfen können. Man geht da also zum Beispiel hin und sagt, ich brauche jemanden der meine Heizung repariert und bietet dafür dem anderen an, ihm Kartoffeln dafür zu geben. Das ist schwer zu beschreiben. Ich hoffe, man kann’s einigermaßen verstehen. Wenn das läuft, möchte man solche Zentren in allen Stadtteilen einrichten. Auf der Eröffnungsfeier waren wir eingeladen, weil die eng mit der Kirche zusammenarbeiten. So engagieren sich viele nicht staatliche Organisationen zusammen, um sich gegen den Staat "aufzulehnen", weil man hier einfach keine Hilfe mehr erwarten kann.
Nach der Eröffnung bin ich nach Hause, weiter geputzt und Essen gemacht, nichts Besonderes. Am späten Nachmittag bin ich dann zur Kirche wegen der Jugendgruppe. Aber diese Woche war nicht gut. Die Stimmung war komisch, die waren alle total neben sich. Wir haben Äpfel gebacken. War ganz cool, weil niemand so richtig wusste, wie es funktioniert, aber zusammen haben wir das geschafft. Auch die Bibelstunde war nicht so gut und diese Woche haben wir doch ziemlich pünktlich Schluss gemacht und ich war ehrlich gesagt froh, dass es vorbei war.
Danach bin ich dann zum Olympic-center. Dort war Jurgis und Afons aus Kuldīga mit ihrem Chor. Leider konnte ich den Auftritt von denen nicht sehen, weil der zeitgleich mit der Jugendgruppe war. Aber es gab eine Aftershowparty, wo ich die dann treffen konnte. Das war ein richtig schöner Abend. Es gab eine Art Disco, weil da waren überwiegend nur 12-jährige, so dass wir meist unten in der Umkleidekabine waren. Aber die Gruppe war cool. Es waren nicht so viele vielleicht 8-9. Ab und zu sind wie alle zusammen nach oben zum Tanzen und dann wieder runter, irgendjemand hatte ich die Gitarre in der Hand und es wurde viel gesungen und das können die echt super.
Am Samstag hatte ich dann meinen ersten freien Tag seit dem Kuldīga Wochenende. Ich arbeite selten sehr viel an einem Tag, nur in Ausnahmefällen, aber ich habe halt jeden Tag etwas zu tun. Nur Samstag nicht und ich habe mich mit Lelde verabredet. Ich wollte nicht viel machen, aber ich wollte auch nicht alleine hier sitzen. So war das ein schöner Tag. Wir haben zusammen gekocht und natürlich gegessen. Auch das Einkaufen dafür war ein Highlight. Als sie mit dem 2. Fahrrad, was ich habe, mit mir gefahren ist, meinte sie irgendwann. "I don´t know the rules." und wollte mir damit sagen, dass sie die Verkehrsregeln nicht kennt. Im Supermarkt meinte sie, dass sie noch nie etwas an der Fleischtheke bestellt hat. Alleine der Einkauf war schon toll...
Heute am Sonntag hat Carina Geburtstag. Sie macht hier alles in der Gemeinde. Ich habe dann auch Blumen gekauft und eine Kleinigkeit zu Naschen. ich war ein bisschen überfordert, weil das der erste Geburtstag hier ist und ich nicht so richtig wusste, was man schenkt. Aber das war ganz gut.
Bei der Sonntagsschule habe ich heute in der kleinen Gruppe mitgemacht. Das war noch besser. Das hat mir echt gefallen. Ich habe schon mehr verstanden, weil sehr langsam und deutlich geredet wurde. Ich habe mit beiden Gruppen dann ein Spiel gespielt. Das war heute richtig gut und es waren auch sehr viele... 14 Kinder bei den Kleinen. Schön anzusehen, weil die teilweise noch ganz jung sind. Die ersten sind auch nicht mehr so schüchtern und kennen schon meinen Namen. Auch, wenn bei vielen nur Ben rauskommt. Nach der Sonntagsschule haben sich alle Lehrer zusammengesetzt und wir haben den Geburtstag von Carina gefeiert. Aus dem Kuldīga-camp wusste ich noch, dass man den Geburtstag immer feiert, in dem man die Person, die Geburtstag hat auf einen Stuhl setzt und den so oft hoch hebt, wie alt die Person wird. Ich habe das nur als Spaß gesagt, dass ich das kenne und dann wollten alle, bis auf Carina das sehen. Wir haben das dann 10-mal gemacht und alle waren zufrieden. War recht lustig, weil sie nicht sagen wollte, wie alt sie geworden ist. ^^
Wir haben bald wieder ein Treffen für das Kinderheim, das wird eine Mottoparty. Das Motto ist, wir sollen uns verkleiden, wie in der Sowjetzeit. Ich hab noch keine Ideen. Aber da hoffe ich mal auf euch. Wer ne tolle Idee für mich hat, kann sie gerne als Kommentar hinterlassen. Immerhin habe ich den gesamten Oktober keine Kommentare mehr bekommen ;)
Im Gottesdienst ist nichts Besonderes passiert und auch danach beim Kaffee trinken war alles wie immer. Nur waren diesen Sonntag sehr wenig da. Keine Ahnung woran es liegt. Ach doch. Es ist was Besonderes passiert. Wir haben eine Runde gemacht. "was ist diese Woche TOLLES passiert?" Da fingen wieder viele Menschen an, zu jammern, dass sie keine Heizung haben. Eine Frau hat erzählt, dass viele in ihrem Haus die Heizung nicht bezahlt haben und 10000 Ls nicht bezahlt wurden und deshalb wird einfach mal die Heizung für das ganze Haus abgestellt, auch für die Menschen, die alles ordentlich bezahlt haben, weil man die Leitungen nicht trennen kann und bevor alle Heizung haben, hat gar keiner. Das schockiert mich immer wieder, weil es hier wirklich kalt ist. Ich bin da immer wieder glücklich, dass ich mir so viel Feuer machen kann, wie ich das benötige.
Heute Abend ist nichts Aufregendes mehr passiert. Ich sitze hier gemütlich vor dem Laptop neben mir brennt ein Feuer. Essen hatte ich noch von gestern, ich brauchte also nicht groß kochen und ich freue mich auf die nächste Woche.